Einsatz

Baukran drohte zu kippen: Velberter City war abgesperrt

Die Polizei hatte die Straßen rund um die Baustelle weiter abgesperrt. Die Firma sicherte den Kran, der aus den Schienen gesprungen zu sein scheint.

Foto: Viktor Gurov

Die Polizei hatte die Straßen rund um die Baustelle weiter abgesperrt. Die Firma sicherte den Kran, der aus den Schienen gesprungen zu sein scheint. Foto: Viktor Gurov

Velbert.   Ein Kran auf der Baustelle der Stadtgalerie in Velbert war aus der Führschiene gerutscht. Spezialisten sicherten den Kran mit Hyraulikstempeln.

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Schreckmomente auf der Baustelle der Stadtgalerie in der Innenstadt am Freitagnachmittag. Der größte von drei Baukränen war nach einem technischen Defekt nicht mehr stabil und hätte schlimmstenfalls umkippen können. Gegen 13.17 Uhr rückten Feuerwehr und Polizei aus, zunächst ohne zu wissen, was sie auf der Baustelle erwartet.

Die diensthabende Wachführerin der Feuerwehr Velbert berichtete am Abend: „Als wir vor Ort ankamen, sah die Situation zunächst gar nicht so bedrohlich aus.“ Aber: Der größte der drei Kräne auf der Baustelle steht auf vier Rollen, um auf einigen Metern hin- und her rangieren zu können. Die zwei hinteren Räder sind – während der Kran in Betrieb war – aus bisher nicht geklärter Ursache aus der Führschiene gesprungen.

Derweil befand sich in 40 Metern Höhe: der Kranführer. Der Mann sei nachdem er „erste Sicherheitsmaßnahmen ergriffen“ habe, hinunter geklettert. Die Wehr-Sprecherin vermutet: „Der wird ganz schön weiche Knie gehabt haben.“ Zu Recht; schlimmstenfalls hätte der Kran fallen können. Wäre es so windig wie vor ein paar Tagen gewesen, hätten die Ordnungsbehörden die Umgebung räumen müssen. Eine große Herausforderung, besonders für das Seniorenheim, das sich in unmittelbarer Nähe der Baustelle an der Kolpingstraße befindet.

Überraschung bei den Anwohnern

So konnte die Wehr zunächst nur zusehen und warten, bis die Kranfirma mit Spezialisten vor Ort eintraf. „Auf das Gelände drauf zu gehen wäre auch für uns zu gefährlich gewesen,“ so die Wehr-Sprecherin. Die Fachkräfte trafen etwa 1,5 Stunden später ein und lösten die Wehr ab. Die Firma arbeitete bis in den Abend hinein, stützte mit Hydraulikstempeln den Kran und versuchte, diesen wieder in die Schienen zu heben – so zumindest der Plan laut Feuerwehr. Telefonisch war die Firma für die Redaktion nicht zu erreichen.

Die Straßen um die Baustelle blieben von der Polizei gesperrt. Direkte Anwohner durften „aber ganz schnell“ im Verlauf des Abends in ihre Häuser, Passanten wurden von der Polizei aufgehalten. Am Freitagabend gab die Polizei um 21.30 Entwarnung - die Gefahr durch den Kran sei gebannt, hieß es.

„Ich hatte die Fenster offen und hörte, dass einige Bauarbeiter plötzlich laut wurden“, erzählte eine Anwohnerin. „Als ich raus geguckt habe, sah ich auch schon, dass der Kran aus den Schienen gerutscht ist“, berichtete die Dame. Sie habe sich gewundert, dass es bis zur Sperrung so lange gedauert habe, da doch der Kran angeblich drohte, umzukippen. Für Verärgerung sorgten die Folgen der Sperrung allerdings bei Blazenka Biester, der Inhaberin der „Bürgerstube“ an der Kolpingstraße.

Enttäuschung bei der Wirtin der Bürgerstube

„Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass die Straße gesperrt worden ist“, sagte die Gastronomin. „Aber dass es niemand für nötig gehalten hat, mal fünf Minuten zu mir rein zu kommen und zu sagen: ,Frau Biester, wir wissen nicht, wie lange das dauert, sagen Sie besser alles für heute ab’. Das ärgert mich.“ Rund 100 Vorbestellungen hätte sie gehabt, die sie nun absagen musste. „Ich komme aus Kroatien. Und da unten, im Süden, da hätte ich Verständnis dafür gehabt, wenn keiner was sagt. Aber hier bin ich einfach nur enttäuscht.“

>>> Stromausfall in weiten Teilen der Innenstadt

  • Zeitgleich mit Beginn des Einsatzes an der Stadtgalerie ist in weiten Teilen der Velberter Innenstadt sowie im Birther Tunnel auf der A 44 der Strom ausgefallen.
  • Ein Mitarbeiter der Stadtwerke bestätigte, dass Straßenzüge ohne Strom waren. Eine Sprecherin erklärte, dass es keinen Zusammenhang zu dem Einsatz auf der Baustelle gegeben habe: „Ein Kurzschluss hat den halbstündigen Stromausfall ausgelöst.“
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