In diesen Tagen bekommen Autofahrerinnen und Autofahrer an Tankstellen schon mal Schnappatmung: Die Spritpreise explodieren, was besonders Pendler und Handwerker hart trifft. Für viele am Steuer ist deshalb Sparsamkeit oberstes Gebot, und da gibt’s ein paar Tricks und Kniffe: So schone zum Beispiel „intelligentes Fahrverhalten“, wie es Fahrlehrer Holger Hentschke nennt, nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Wichtig sei außerdem, so das Essener RWI Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung, um wie viel Uhr man zum Tanken fahre – und da wiederum hat das Forschungsteam um Professor Manuel Frondel ein paar nützliche Tipps auf Lager.

Sparen ohne großen Aufwand

Zunächst zum „intelligenten Fahren“. Was das heißt, erklärt Holger Hentschke, der in der Elberfelder Straße „Holgers Fahrschule“ betreibt, mit einem einfachen Vergleich: „Versetzen Sie sich in die Lage eines Radfahrers. Fahren Sie nach dem Start möglichst lange in niedrigen Gängen? Treten Sie bergab kräftig in die Pedale oder lassen Sie lieber rollen? Fahren Sie gerne mit schwerem Gepäck oder zu wenig Luft in den Reifen? Die physikalischen Gesetzmäßigkeiten sind für Rad- und Autofahrer gleich.“ Nur müsse eben der Radfahrer die Energie für das Vorankommen selbst aufbringen. Mit ein paar Regeln, die sich im Umkehrschluss aus diesem Beispiel ableiten ließen, könne man mit geringem Aufwand erhebliche Mengen Sprit einsparen.

Nicht rasant anfahren

Die Fahrlehrer Holger Hentschke (links) und sein Bruder Thorsten beraten auch gern persönlich in ihrer Fahrschule an der Wilhelmstraße.
Die Fahrlehrer Holger Hentschke (links) und sein Bruder Thorsten beraten auch gern persönlich in ihrer Fahrschule an der Wilhelmstraße.© FUNKE Foto Services | Uwe Möller

Und so geht’s: Nicht beim Anfahren gleich „auf die Tube drücken“, sondern niedertourig und vor allem vorausschauend fahren, möglichst bei konstanter Geschwindigkeit, so rät Holger Hentschke, der rein berufsmäßig stets großes Interesse daran hat, Benzin zu sparen. Ebenso wie rasantes Anfahren treibe auch plötzliches Bremsen den Verbrauch in die Höhe. Stehe man länger als 20 Sekunden zum Beispiel an der Ampel empfehle es sich, den Motor abzustellen. Vermeiden sollte man auch unnötiges Gewicht im Kofferraum oder auf der Rückbank. Und wer den Dachgepäckträger nicht dringend benötige, sollte ihn besser abbauen.

Schneemützen auf dem Dach vor der Fahrt immer wegfegen: Sie könnten beim Herunterfallen nicht nur die Sicht behindern, sondern durch den zusätzlichen Ballast sei das Auto während der Fahrt auch erhöhtem Luftwiderstand ausgesetzt, erklärt Holger Hentschke. Und das erhöhe den Verbrauch. Die beste Methode sei natürlich, so Hentschke, das eigene Mobilitätsverhalten zu überdenken, das Auto einfach mal stehen zu lassen und Alternativen zu nutzen.

Fünf Preiszyklen am Tag

Persönliche Beratung

Fahrlehrer Holger Hentschke gibt in „Holgers Fahrschule“, Elberfelder Straße 47, nach vorheriger Anmeldung auch gern persönlich und kostenfrei Tipps, wie man Sprit sparen kann. Auch wer zu anderen Themen rund ums Fahren Fragen hat, ist hier willkommen.

Informationen gibt es auch unter 0176 345 86017 oder auf der Homepage www.holgers-fahrschule.de.

Wer auf sein Auto angewiesen ist, sollte wissen: Besser nicht morgens tanken, so ergab eine Untersuchung des RWI Leibniz Institutes für Wirtschaftsforschung. Denn frühmorgens, mit Beginn der Rushhour ab 6 Uhr, sei der Sprit am teuersten, die Preise fielen dann erst wieder nach 7 Uhr. Vermutlich zielten die Tankstellen am frühen Morgen auf diejenigen, die auf dem Weg zur Arbeit tanken müssten – und keine Zeit hätten, sich nach günstigeren Anbietern umzusehen. Die jüngste Erkenntnis des Essener Forschungsteams um Professor Manuel Frondel bestätigt zudem das, was viele Autofahrer längst gemerkt haben: Die Preisschwankungen an den deutschen Tankstellen haben im Tagesverlauf deutlich zu genommen. Wie stark, hat auch die Experten sehr überrascht. So habe man zwar von starken Schwankungen gewusst, aber nicht, dass es inzwischen fünf Preiszyklen gebe.

Günstig abends tanken

Vereinfacht lasse sich zusammenfassen: Am günstigsten sei der Sprit abends, also nach 18 Uhr. Besonders zwischen 20.30 und 22 Uhr könnten Autofahrer Geld sparen, so Professor Manuel Frondel, der beim RWI den Kompetenzbereich „Umwelt und Ressourcen“ leitet. Wenn irgend möglich, nicht morgens zur Tankstelle fahren. Und noch einen Ratschlag von Professor Frondel sollten Autofahrerinnen und Autofahrer beherzigen. Besser nicht warten, bis kein Tropfen Sprit mehr im Tank ist, sondern vorausschauend eine günstige Zeit wählen

. K.M.