Nicht immer ist Krieg die Ursache für die Flucht aus dem Heimatland. In vielen Fällen zwingt die Verfolgung ihrer sexuellen Orientierung Menschen zu fliehen. Der gemeinnützige Verein „Flüchtlingshilfe Velbert“ bietet seit Frühling 2018 für geflüchtete LSBTI-Personen (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle) einmal im Monat in der Beratungsstelle an der Talstraße einen Treffpunkt an. Hier können sie in sicherer Atmosphäre über ihre Diskriminierungserfahrungen sprechen und beim gemeinsamen Kochen, Essen und Musikhören Ablenkung finden. Und ihre Geschichten erzählen.

Mohammed Hatami ist 26 Jahre alt und kommt aus Teheran, Iran. Er studierte dort Jura und kam aus gutem Hause, wie er selbst sagt. „Meine Eltern sind schlaue Leute, doch meine Homosexualität haben sie nicht akzeptiert“, erzählt er in der Runde. Seit drei Monaten lebt er nun als Flüchtling in Deutschland und möchte nun nicht mehr Mohammed, sondern Barsam genannt werden. In der Vergangenheit musste er sich verstellen, „hier muss ich mich nicht mehr verstecken und ich kann ich selbst sein“.