Wirtschaft

Kunststoffwerk Bossel in Sprockhövel hat neue Eigentümer

Das „Kunststoffwerk-Bossel, Gerd Knäpper GmbH“ wurde verkauft. Die beiden neuen Eigentümer wollen den alten Namen beibehalten.

Das „Kunststoffwerk-Bossel, Gerd Knäpper GmbH“ wurde verkauft. Die beiden neuen Eigentümer wollen den alten Namen beibehalten.

Foto: Fischer

135 Bossel-Mitarbeiter erfahren vom Verkauf der Firma durch einen Aushangam Schwarzen Brett. Die neuen Chefs hüllen sich bislang in Schweigen.

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Bernd Knäpper hatte es im Mai letzten Jahres angekündigt, jetzt hat er es wahr gemacht: Der Chef des Kunststoffwerks Bossel in Sprockhövel hat sein Unternehmen verkauft. Die Firma mit 135 Mitarbeitern, die Verpackungsfolien herstellt und bedruckt, hat seit Mittwoch vergangener Woche zwei neue Eigentümer: Alexander Wagner und Stephan Lauer. Beide haben auch die Geschäftsführung im Betrieb übernommen.

Das wurde am Donnerstag im Rahmen eines Verfahrens vor dem Arbeitsgericht Hagen eher beiläufig bekannt. Die Belegschaft soll es durch einen Aushang am Schwarzen Brett erfahren haben, dass der Betrieb „mit sofortiger Wirkung an zwei neue Eigentümer“ übergeben worden sei.

Die beiden neuen Firmenchefs wollten gestern keinerlei Angaben zu ihren bisherigen Tätigkeiten machen. Noch nicht mal bestätigen, dass sie aus München stammen oder gar ihr Alter verraten. Vor dem Arbeitsgericht verlautete am Donnerstag spärlich, sie seien Branchenfremde. „Unternehmensberater und Finanzinvestoren“, so Thomas Rosenke vom Arbeitgeberverband Chemie (Westfalen).

Am 12. Dezember haben sie zwei Firmen ins Münchner Handelsregister eintragen lassen: Die „lauerwagner eins GmbH“ und die „lauerwagner zwei GmbH“ – beide mit Sitz in Unterföhring und dem Firmenziel „Erwerb und Verwaltung von Beteiligungen im In-und Ausland“ sowie „Übernahme der persönlichen Haftung und Geschäftsführung bei Gesellschaften“.

Das 1960 gegründete Kunststoffwerk Bossel wurde zuletzt von Bernd Knäpper geleitet, der für eine Übergangszeit noch als Berater zur Verfügung stehen wird. Er habe aufgrund der ständigen Auseinandersetzungen im Betrieb das Handtuch geworfen.

Demnächst Betriebsrats-Neuwahl

Seit Oktober 2015 herrscht Unfrieden, die Belegschaft, sowie der Betriebsrat, sind in zwei Lager gespalten. Es begann, als 80 Mitarbeiter von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) zu Verdi wechseln wollten. Der Betriebsratsvorsitzende Mustafa Aydogan wurde fristlos entlassen und bekam Hausverbot. Er hat in erster Instanz dagegen obsiegt.

„Zur Zeit gibt es noch 31 offene Gerichtsverfahren“, weiß Arbeitgeberverbandsvertreter Thomas Rosenke. Und: „Ende Februar wird der Bossel-Betriebsrat auf sechs Mitglieder schrumpfen. Dann wird er neu gewählt werden müssen.“

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