Auszeichnung

Sprockhöveler Single Malt Whisky wird zum Weltmeister gekürt

Sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis: Michael Habbel (links) und sein Destillateur Christof Hans, der sich in Schottland Urlaub über Entwicklungen informiert.

Foto: Bröking

Sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis: Michael Habbel (links) und sein Destillateur Christof Hans, der sich in Schottland Urlaub über Entwicklungen informiert. Foto: Bröking

Sprockhövel.   Der „6 ½–14 Single Malt“ setzt sich gegen Konkurrenz aus Irland, USA und Schottland durch. Der Tropfen aus Sprockhövel gewinnt Doppel-Gold.

Hohe Auszeichnung für die Destillerie Habbel. Das Haus der hochprozentigen Spezialitäten erhielt bei den Spirituosen-Weltmeisterschaften eine Doppel-Goldmedaille im Bereich Whisky für den Single Malt „ 6 ½ - 14“ und hat damit große Namen aus Irland, Schottland,Kanada und den USA hinter sich gelassen.

„Eigentlich wollten wir an dem Wettbewerb gar nicht teilnehmen“, sagt Senior-Chef Michael Habbel. Vor einem Jahr hat seine Destillerie dort in elf Kategorien Medaillen gewonnen. Im Herbst kam dann noch der Titel „Germany’s Best Whisky Award“ für die Spitzenmarke „Single Malt Hillock 14“ hinzu. „Darum hatten wir lange gekämpft, sind immer nur knapp geschlagen auf den zweiten Platz gekommen und haben dann doch Gold bekommen“, erklärt Michael Habbel. Nur nicht übermütig werden, sagte sich der Experte und zog mit seiner Tochter, der Junior-Chefin Michaela Habbel, die eingereichten Schnäpse im Rennen um den diesjährigen „World Spirit Award“ zurück.

Destillerie schickte ihren zweitbesten Whisky

„Der Veranstalter hat uns dann allerdings gebeten, wenigstens mit einem Kandidaten ins Rennen zu gehen“, berichtet Habbel. Also schickte die Destillerie den ihrer Meinung nach eigentlich zweitbesten Whisky des Hauses ins Rennen, der sich noch nie dem strengen Auge – oder besser Gaumen – einer Jury stellen musste. Der „6 ½ – 14“ ist eine Mischung aus – wie der Name schon sagt – 14 und 6 ½ Jahren gelagerten Destillaten. Dass sie damit die Nase vorn haben würden, konnten sich die Habbels eigentlich gar nicht vorstellen. Deshalb haben sich Vater und Tochter noch nicht einmal den Tag der feierlichen Auszeichnungen im Terminkalender eingetragen. „Als der Anruf kam, waren wir echt überrascht“ versichert der Senior. „6 ½ – 14“ hatte mit 95,80 von 100 Punkten nicht nur Doppel-Gold geholt, sondern wurde auch noch als „Spirit of the Year 2017“ in der Kategorie Whisky ausgezeichnet.

40.000 Liter Whisky stellt der Betrieb jedes Jahr her. Da er lange lagern muss, reichen die Möglichkeiten des Betriebes dafür kaum noch aus: „In zwei bis drei Jahren müssen wir uns echt Gedanken machen“, sagt Habbel und verrät: „Unsere Whiskyfässer sind auch in einem Stollen des Bergbaumuseums in Bochum zu finden“ – allerdings hinter verschlossenen Türen, weil es der Zoll so will. Wenn der Tropfen alt genug ist, möchten die Habbels einen echten Ruhrgebiets-Whisky in Flaschen mit einem Förderturm auf dem Etikett abfüllen. Wenn es soweit ist, wird schon längst keine Kohle mehr in Nordrhein-Westfalen abgebaut.

Das Fass ist entscheidend

Bei dem Erfolg eines Whiskys spielt ein Drittel die Destillation eine Rolle. „Zwei Drittel ist aber das Fassmanagement ausschlaggebend“, erklärt Habbel. Er lagert seine edlen Tropfen in Fässern, in denen vorher schon Rotwein, Sherry, Portwein oder auch Bourbon, die Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten, ein schmackhaftes Alter erreicht haben. Manchmal werden sie im Reifeprozess auch ausgetauscht.

Whisky, so Habbel, sei eigentlich eine Steigerung von Korn. Da das Brandweinmonopolgesetz es aber deutschen Destillerien verboten habe, den Korn aus Malz zu brennen, habe er erst spät seinen Siegeszug in der Bundesrepublik angetreten. „Das wurde mit der Öffnung durch die Europäische Union möglich. Die haben da wirklich etwas Gutes erreicht“, lobt Habbel die Politiker und Bürokraten in Brüssel.

Und so konnte die Jury jetzt aus seinem Produkt Noten von „Vanille, Nougat, Nüsse, Kaffee, Banane, Minze, Schokolade, Honig, Biskuit, feines Kräuter-Bukett“ und noch viel mehr heraus schmecken. Das lässt jeden normalen Korn alt aussehen, auch wenn er gegenüber dem Whisky viel jünger ist.

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