Vereine

Beim DBC Sprockhövel schmaucht das Feuerross

Fahrtag beim Dampf Bahn Club Sprockhövel: Kinder und Erwachsene fahren ein paar Runden mit dem Vereinsvorsitzenden Reiner Münch.

Fahrtag beim Dampf Bahn Club Sprockhövel: Kinder und Erwachsene fahren ein paar Runden mit dem Vereinsvorsitzenden Reiner Münch.

Foto: Volker Speckenwirth

Sprockhövel.   Im Winter ruht der Betrieb beim Dampf Bahn Club Sprockhövel.Im Frühjahr wird das 30 000 Euro teure Brückenprojekt weiter vorangetrieben.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Als Reiner Münch noch als Maschinenbau-Ingenieur in einem Kraftwerk in Herdecke arbeitete, wurde er eines Tages darauf aufmerksam, wie ein Kollege sich einen Bausatz für eine Dampfmaschine besorgte. „Immer, wenn es um Technik geht, bin ich ganz dabei“, sagt er. Doch Münch, der heute Rentner ist, merkte bei seiner Auseinandersetzung mit der Dampfmaschine bald, dass es eigentlich die Dampflokomotive ist, die ihn fasziniert. „Wenn die durch Wasserdampf gewonnene Kraft in Bewegung umgesetzt und dann alles zum Fahren gebracht wird, ist das doch viel interessanter“, meint er. Über viele Jahre beschäftigte sich der Gevelsberger nun mit der Konstruktion einer Dampflok, besuchte einen Verein im rheinischen Brühl, ließ sich anstecken von der Freude dort an der altertümlichen Technologie und dem Fahrgefühl.

2004, am 26. Juli, gründete Münch gemeinsam mit einigen in der Zwischenzeit gewonnenen Mitstreitern aus Hattingen und weiteren umliegenden Städten den Dampf Bahn Club Sprockhövel. „Auf einer Pferdewiese an der Kohlenbahn in Haßlinghausen bekamen wir ein Areal für unseren Schienenstrang“, berichtet Münch, seither erster Vorsitzender der Dampfbahner.

Drei Schienen, zwei Spurbreiten

Bis dahin waren eine Leihlokomotive und einige Waggons mit Gleisen als Attraktion auf Volksfesten etwa der Freiwilligen Feuerwehr oder der 100-Jahr-Feier des Energieversorgers AVU zur Demonstration gekommen. 2006, nach aufwändigen Betonbau- und Gleisverlegungsarbeiten, dampfte die erste Bahn über das noch provisorische Gelände – auf rund 350 Metern Schienen. Zur Verfügung stehen drei Schienen für Fahrten auf fünf Zoll oder 7,25 Zoll.

Wer im Dampf Bahn Club Sprockhövel mit seinen technischen Herausforderungen eine Ansammlung von Handwerkern erwartet, liegt einigermaßen falsch: „Leute vom Fach haben wir kaum“, sagt Münch. Jeder mache im Verein das, was er am besten könne. „Wichtig ist die Leidenschaft, die jemand mitbringt“, ist Reiner Münch überzeugt. Und so hat jedes der zurzeit 20 Mitglieder seine eigene Fertigkeit entwickelt, repariert Wagen, fertigt Ersatzteile, schraubt Schienen oder Weichen.

Aktuell haben die Dampfbahner ein Brückenprojekt im Visier. 2015 hatten sie einen Förderantrag gestellt. „20 000 Euro hat uns die Sparkassenstiftung bewilligt“, berichtet Münch. Den Rest muss der Verein selbst stemmen. Die Statik bereitet noch Probleme, die Brücke soll ja belastbar sein für Bahn plus Passagiere. Im Frühjahr wird weiter gearbeitet.

Vor 200 Jahren waren Dampflokomotiven eine technische Errungenschaft. Doch haben Menschen der heutigen Zeit noch eine Beziehung zu den dampfenden Feuerrössern? „Da hat sich durchaus etwas gewandelt“, räumt der Vorsitzende ein. „Die jüngere Generation ist nie mit der Dampfbahn in Kontakt gekommen. Die Faszination Eisenbahn beschränkt sich da ausschließlich auf elektrische Lokomotiven.“ Hinzu komme, dass Elektromodelle deutlich einfacher zu bauen sind als Dampfloks. „Die Motoren gibt es schon fertig zu kaufen“, weiß Münch. „Ich jedoch schätze die Fahrt unter Dampf!“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik