Theater und Schulen

„Theater jetzt“ macht den Bühnen-Besuch verbindlich

Nicht nur zur Weihnachtszeit – hier die Vorjahres-Produktion „Die Schneekönigin“ –  sollten Schüler in die Theater strömen. Kooperationsverträge mit Oberhausener Schulen machen die Besuche verbindlich.

Nicht nur zur Weihnachtszeit – hier die Vorjahres-Produktion „Die Schneekönigin“ – sollten Schüler in die Theater strömen. Kooperationsverträge mit Oberhausener Schulen machen die Besuche verbindlich.

Foto: Isabel Machado Rios

Oberhausen.   Kooperations-Vereinbarungen verankern die Vorstellungsbesuche im Schulleben. Auch Workshops und theaterpädagogische Angebote gehören zum Projekt.

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„Niemand in Oberhausen darf die Schule verlassen, ohne nicht mindestens zweimal im Theater gewesen zu sein.“ Damit dieses Ziel erreicht wird, hat Intendant Florian Fiedler zunächst einmal mit weiterführenden Schulen verhandelt, die kulturell besonders engagiert sind. Ergebnis sind Kooperationsvereinbarungen mit dem Projekttitel: „Theater jetzt“.

Nachmachen ist erwünscht: „Der Kreis der teilnehmenden Schulen ist erweiterbar“, sagt der Intendant, der nicht verschweigt, dass ihm drei Theaterbesuche pro Schulzeit noch lieber wären und dass er erst richtig glücklich wäre, wenn jeder Schüler mindestens einmal im Jahr ins Theater käme.

Doch der erste Schritt in Richtung Fernziel ist durchaus eine Würdigung wert. Die verbindliche Partnerschaft mit dem Theater gehört für die beteiligten Schulen zu ihrem Auftrag, junge Menschen an das Kulturleben ihrer Stadt heranzuführen.

Am Geld soll es nicht scheitern

Dass ein am Theater interessierter Lehrer mit Schülern Vorstellungen besucht, hat es immer schon gegeben. Frage: Was passiert, wenn dieser Lehrer die Schule verlässt? Antwort: Dann gibt es keine Theaterbesuche mehr. Und um das zu verhindern, gibt’s „Theater jetzt“.

„Die Kooperation mit dem Theater ist verbindlich festgelegt. Sie ist durch alle Gremien und Konferenzen gegangen und im Schulleben verankert wie Projektwochen, Sportfeste, Ausflüge, Klassenfahrten“, sagt Anke Weingarte, am Theater zuständig für den Kontakt mit Kitas und Schulen.

Kulturdezernent Apostolos Tsalastras hat die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen und sieht darin einen wichtigen Baustein der kulturellen Bildung in Oberhausen. „Wir haben keine Uni, aber wir haben Kultureinrichtungen, die sich vorbildlich kümmern“, sagt er.

Festgelegt wurden nicht nur Theaterbesuche, sondern auch exklusive Veranstaltungen wie Workshops, Besuche der Theaterwerkstätten oder Möglichkeiten, unter professioneller Anleitung selbst zu spielen. „Wir garantieren Stoffe für jedes Alter und theaterpädagogische Angebote plus Begleitung, Vorverkaufsrechte für Familienstücke, Vormittagsvorstellungen, Theater on demand“, sagt der Intendant.

Und am Geld soll es nicht scheitern. Florian Fiedler: „Ich erinnere ausdrücklich noch einmal an unsere Klassenkasse, die Schülern die Eintrittskarten bezahlt, die sie sich nicht leisten können.“

„Wir sind seit 2011 Kulturschule und bereits bei neun Theatervorstellungen pro Jahr angekommen“, sagt Stefan Schubert, Kulturbeauftragter am Bertha-von-Suttner-Gymnasium. „Die Theaterbesuche gibt’s bei uns jedes Jahr zur selben Zeit, verlässlich wie Weihnachten.“

Dank „Theater jetzt“ haben sich die Kulturschulen untereinander besser kennen gelernt. Doris Sawallich, Leiterin der Gesamtschule Weierheide, nennt die Kooperation einen Kulturfahrplan, der dem Kollegium Diskussionen erspare: Das Projekt „Theater jetzt“ vermittele den Schülern Lebenskompetenz.

>>>Info: Klassenkasse übernimmt Kosten für Karten

Am Theaterprojekt beteiligen sich das Bertha-von-Suttner- und das Elsa-Brändström-Gymnasium, die Fasia-Jansen-Gesamtschule, die Gesamtschulen Weierheide und Osterfeld sowie das Hans-Sachs-Berufskolleg. Die Klassenkasse des Theaters übernimmt für Kinder und Jugendliche, die sich einen Theaterbesuch nicht leisten können, die Kosten – dank des Freundeskreises des Theaters und des Rotary Clubs Oberhausen Antony-Hütte.

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