Klassik-Matinee

Sinfonieorchester Ruhr bietet Musikvergnügen zum neuen Jahr

Volker Buchloh dirigiert in der Luise-Albertz-Halle das

Foto: Kerstin Bögeholz

Volker Buchloh dirigiert in der Luise-Albertz-Halle das

OBERHAUSEN.  Sinfonieorchester Ruhr unter Volker Buchloh begeistert über tausend Zuhörer. Als Gesangs-Solisten glänzen Elisabeth Otzisk und Manfred Bühl.

Bei verschiedenen Gelegenheiten hat man das von der Cellistin Carolin Schröder gegründete und organisierte Sinfonieorchester Ruhr auch in Oberhausen hören können, aber wohl kaum in der großen Besetzung wie beim Neujahrskonzert am Sonntag.

Dabei entsprach die Qualität völlig der Quantität: Dass es im Wirbel von Mozarts „Figaro“-Ouvertüre nicht nur um vordergründige Liebeshändel geht, sondern um gesellschaftskritisch-revolutionäres Rumoren, das damals 1786 (drei Jahre vor der französischen Revolution) noch die Zensur auf den Plan rief, wurde in der knisternden Spannung spürbar.

Ein Hör-Vergnügen fürs Publikum

Aber auch „leichtere“ Kost aus Operette, Walzer- und Marschmusik gewann unter Volker Buchlohs so temperamentvollem wie pointierendem Dirigat durch beredt-plastische Artikulation ein beschwingtes Leben. Seine Neigung, lyrische Partien auch tempomäßig stark zurückzunehmen, steigerte noch die ausdrucksmäßigen Kontraste.

Vergrößert wurde das Vergnügen noch durch einige musikalisch motivierte Show-Effekte im zweiten Teil. Zusätzlichen „Pep“ bekamen einige der aufgeführten Kompositionen auch durch die Mitwirkung des Sängerbundes Gutehoffnungshütte, der eine farbliche Abwechslung in das Programm brachte.

Sängerisch glänzten allerdings besonders die Solisten Elisabeth Otzisk (Sopran) und Manfred Bühl (Bariton). Letzterer löste die Aufgabe, als Figaro den armen Cherubino auf die vermeintlichen „Freuden“ des Soldatenlebens vorzubereiten, in das dieser strafversetzt wird, mit der nötigen leicht aggressiven Ironie.

Das „Zigeunerlied“ aus Bizets „Carmen“ mit Elisabeth Otzisk steigerte sich vom lauernd sinnlichen Beginn zu frenetischer Raserei. In ihren Duetten aus „Don Giovanni“ und der „Lustigen Witwe“ trafen die beiden Solisten genau den Ton, der die Charaktere verdeutlichte.

Humorvoll-locker und informativ

Matthias Schröder als Moderator führte humorvoll-locker und informativ durch das Programm. Er bedankte sich im Namen der Ausführenden bei den vielen Sponsoren, deren Engagement das Konzert erst ermöglicht hatte.

Dirigent Volker Buchloh betonte die Verdienste von Carolin Schröder, die die gesamte organisatorische Vorarbeit für das Konzert geleistet hatte.

Selbstverständlich ging es nicht ohne drei Zugaben ab, zum Schluss natürlich der für ein Neujahrskonzert mit wienerischem Schwung unvermeidliche Radetzky-Marsch.

>>> Vom „Collegium Musicum“ zum Sinfonieorchester

2009 als „Collegium Musicum Rhein-Ruhr“ gegründet, kann das Ensemble aus Orchestermusikern und freischaffenden Instrumentalisten bereits auf Erfolge zurückblicken. Seit 2013 gilt der Name Sinfonieorchester Ruhr.

Zu Glanzlichtern der Orchester-Karriere zählen Aufführungen der „Carmina Burana“, der Requien von Brahms, Fauré und Mozart, des „Paulusoratoriums“ und des „Lobgesangs“ von Mendelssohn-Bartholdy, der Weihnachtsoratorien von Bach und Saint-Saëns und des „Messias“ von Händel.

Der Termin des nächsten Neujahrskonzertes steht schon fest: Es ist Sonntag, 6. Januar 2019.

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