Politiker rätseln über Gefühle und Argumente

Die SPD-Direktwahlkandidatin Sonja Bongers zieht anders als ihr Parteikollege Stefan Zimkeit zum ersten Mal in den Landtag ein. Aufgeregt war sie gestern allemal. „Ich habe heute Abitur, erstes und zweites Staatsexamen gleichzeitig gemacht“, fasst sie ihre Stimmung in Worte. „Ich muss jetzt alles organisieren“, sagt sie. Auch ihr Amt als stellvertretende Ratsfraktionsvorsitzende. Ob sie es bleibt oder ihr jemand nachfolgt, wird die Fraktion nun besprechen.

Die SPD-Direktwahlkandidatin Sonja Bongers zieht anders als ihr Parteikollege Stefan Zimkeit zum ersten Mal in den Landtag ein. Aufgeregt war sie gestern allemal. „Ich habe heute Abitur, erstes und zweites Staatsexamen gleichzeitig gemacht“, fasst sie ihre Stimmung in Worte. „Ich muss jetzt alles organisieren“, sagt sie. Auch ihr Amt als stellvertretende Ratsfraktionsvorsitzende. Ob sie es bleibt oder ihr jemand nachfolgt, wird die Fraktion nun besprechen.

SPD-Landtagsabgeordneter Stefan Zimkeit zeigt sich schwer erschüttert über das „Desaster“. Gemeint war das schlechte Abschneiden der SPD in NRW. Eine echte Erklärung dafür hatte er gestern noch nicht. Den Rücktritt von Hannelore Kraft nennt er konsequent. „Aber ich finde es bedauerlich. Ich habe die Strategie mitgetragen, alles auf ihre Person zu kaprizieren.“

Der Oberhausener SPD-Fraktionschef Wolfgang Große Brömer zeigt sich tief getroffen über das schlechte Abschneiden der Sozialdemokraten auf Landesebene. „Das tut schon weh. Offenbar kann man mit guten Argumenten nicht gegen Gefühle ankommen“, meint er mit Blick auf das große Wahlkampfthema innere Sicherheit. Die Kritik an NRW-Innenminister Ralf Jäger und die Schulpolitik macht er als entscheidende Schwachpunkte aus. Besonders im Ruhrgebiet habe sich die rot-grüne Landesregierung auf den Stärkungspakt Stadtfinanzen ausgeruht, statt weitere Akzente zu setzen.

Mit Interpretationen für die Bundestagswahl hält sich SPD-Bundestagsabgeordneter und Oberhausener Parteichef Dirk Vöpel zurück. Er bemängelt, dass die Inhalte im Wahlkampf hinter den Personen in den Hintergrund getreten sind. Die SPD habe es versäumt, eigene Ideen zu benennen. Er habe im Wahlkampf oft gehört, dass die Bürger mit der Schulpolitik unzufrieden gewesen seien.

Für die Schulexpertin und CDU- Landtagskandidatin Simone-Tatjana Stehr hat sich im Wahlkampf eindeutig gezeigt, warum Rot-Grün so hohe Verluste erleiden musste: „Die Menschen haben SPD und Grüne wegen ihrer unzulänglichen Schulpolitik abgewählt. Im Wahlkampf war die Stimmung deutlich politischer als vor fünf Jahren. Die Bürger wollten sehr genau wissen, was wir anders machen wollen.“

Trotz des guten CDU-Wahlergebnisses konnten sich nicht alle Christdemokraten den ganzen langen Abend ungehemmt freuen: Wilhelm Hausmann, seit fünf Jahren Landtagsabgeordneter, verfolgt gebannt die einlaufenden Wahlergebnisse. Weil die CDU so viele Wahlkreise in NRW holte und Hausmann hier nicht gegen Sonja Bongers gewinnen konnte, stand für ihn zu befürchten, dass die Landesliste der Partei nicht bis zu seinem Listenplatz 14 ziehen würde. Er wäre dann aus dem Landtag raus. „Die Entscheidung fällt erst gegen Mitternacht“, meint Hausmann um 22 Uhr.

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