STADTENTWICKLUNG

Politik will Ende des Stillstandes auf Sterkrader Grundstück

Seit Jahren ein Ärgernis: das leerstehende Grundstück des ehemaligen Kaiser & Ganz-Gebäudes.

Seit Jahren ein Ärgernis: das leerstehende Grundstück des ehemaligen Kaiser & Ganz-Gebäudes.

Foto: Tom Thöne

OBERHAUSEN.   An der Ecke von Bahnhofstraße und Steinbrinkstraße im Herzen von Sterkrade soll endlich etwas passieren. Das fordern Politiker.

2015, vor der Oberbürgermeisterwahl, war es einer der Wahlkampf-Schlager der SPD mit ihrem Kandidaten Apostolos Tsalastras: der Abriss des alten Kaufhauses Kaiser & Ganz an der Ecke Steinbrinkstraße/Bahnhofstraße und der Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses an gleicher Stelle.

Heinz Reimann aus Osterfeld wurde als Investor präsentiert. Der Eigentümer, die städtische Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM), ließ das Gebäude auch abreißen. Aber nach der Wahl sprang Reimann ab. Wiederholte Ankündigungen, bald gebe es einen neuen Investor, haben sich nicht bewahrheitet. Jetzt wollten SPD und Grüne in der Bezirksvertretung dem Stillstand nicht länger zusehen und machten ihn zum Thema.

In einem Antrag forderten sie Verwaltung und OGM auf, gemeinsam ein Konzept für die Bebauung vorzulegen oder (endlich) einen Investor zu präsentieren oder einen Investorenwettbewerb durchzuführen oder durch die OGM selbst einen Neubau zu errichten.

Intensive Diskussion in der Bezirksvertretung

Dem stellte Werner Nowak, parteiloser Bezirksvertreter, einen eigenen Antrag entgegen: Er forderte zunächst ausführliche Informationen darüber, woran die Vermarktung des zentral in der Fußgängerzone gelegenen Grundstücks bislang gescheitert ist. Daraus sollten dann die nötigen Konsequenzen gezogen werden. Außerdem verlangte er eine Bürgerbeteiligung dazu, um neue Ideen für die Fläche zu sammeln.

In der Bezirksvertretung ergab sich eine längere Diskussion. Nowak selbst vermutete als Grund für den Stillstand bautechnische Schwierigkeiten, durch die ein Neubau unkalkulierbar hohe Kosten verursachen würde. Aber Ar­chitekt Wilhelm Meier-Ebbers, der zu Wort kommen durfte, bestätigte das nicht. „Es ist kein Hexenwerk, was da entsteht. Die Risiken sind kalkulierbar“, erklärte er. Wohl sei die Rentabilität mit sechseinhalb Geschossen dort „ausgelutscht“. Wenn es nur einen Geldgeber geben würde, könnten die Bauarbeiten in zwei bis drei Monaten ausgeschrieben werden.

CDU-Sprecher Holger Ingendoh missfiel an dem Antrag von SPD und Grünen die Passage, wonach notfalls die OGM Bauherr werden soll. „Ich möchte dieses Risiko für die OGM nicht eingehen, weil es letztlich zu Lasten des städtischen Haushalts geht“, sagte er. Außerdem: „Ohne Fakten können wir keine vernünftige Entscheidung treffen.“ Man wolle endlich die Wahrheit erfahren, woran es liege.

Birgt Axt bekräftigt Forderung nach Sozialwohnungen

Birgit Axt (Grüne) bekräftigte die alte Forderung, in dem Gebäude müssten Sozialwohnungen untergebracht werden. An diesem Punkt war Investor Reimann seinerzeit gescheitert. Denn das Land fördert nur in bis zu viergeschossigen Häusern Mietwohnungsbau. Die von NRW-Bauminister Michael Groschek erhoffte Ausnahmegenehmigung gab es nicht.

Carola Cremer (parteilos) wollte wissen, was der Unterschied zwischen Architekten- und Investorenwettbewerb ist. Die Antwort brachte Holger Indendoh auf den Punkt: „Bei den einen geht es um die Kunst, die anderen bringen das Geld.“

SPD-Sprecher Hubert Cordes bestand darauf, die OGM solle weitere Schritte unternehmen. „Die Pläne lagen schließlich schon dem Gestaltungsbeirat vor.“ Beigeordnete Sabine Lauxen solle sich darum kümmern. Die schlug vor, dafür einen Investorenwettbewerb nach dem (umstrittenen) Vorbild des John-Lennon-Platzes durchzuführen. „Wir haben es ja nie öffentlich bespielt. Es würde mehr Transparenz schaffen“, argumentierte sie.

Brachfläche soll als Zwischenlösung attraktiver gestaltet werden

Auf Drängen der CDU nahm Cordes die Passage mit der OGM als möglichen Bauherrn aus dem Antrag heraus. Werner Nowak zog seinen Antrag ganz zurück.

Man einigte sich darauf, dass die Verwaltung nach den Sommerferien einen „Fahrplan“ für das weitere Vorgehen vorlegen soll. Dazu sollen auch Überlegungen gehören, wie die Brachfläche bis zum Beginn möglicher Bauarbeiten attraktiver gestaltet werden kann.

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