Kultur für alle

Kulturpott wagt neuen Start im Bürgerzentrum Alte Heid

So stellte der Vorstand der früheren „Kulturloge“ vor dreieinhalb Jahren seinen neuen Namen Kulturpott Ruhr vor (v.li.): Marie-Cécile Duclercq, Hannah Lütkenhöner, Vorsitzende Brigitta Blömeke und Marita Heiliger.

So stellte der Vorstand der früheren „Kulturloge“ vor dreieinhalb Jahren seinen neuen Namen Kulturpott Ruhr vor (v.li.): Marie-Cécile Duclercq, Hannah Lütkenhöner, Vorsitzende Brigitta Blömeke und Marita Heiliger.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Zwei Jahre waren Oberhausener Gäste auf die Vermittlung aus Nachbarstädten angewiesen. Jetzt sind wieder vier Ehrenamtler in Räumen der Awo aktiv.

Der Kulturpott meldet sich zurück. Zwei Jahre war die Oberhausener Filiale des Vereins verwaist. In 14 Städten des Ruhrgebiets ermöglicht der Kulturpott jenen Menschen Theater- oder Konzertbesuche, denen das Geld fehlt, um sich Karten kaufen zu können. Seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 vermittelten 90 Ehrenamtliche ihren rund 10.000 Gästen im gesamten Revier 117.000 Tickets. 288 Kulturpartner sind beteiligt und melden nicht verkaufte Karten-Kontingente an den Kulturpott mit Vereinssitz in Gelsenkirchen.

„Das Team ist wieder gut aufgestellt“

In Oberhausen ist die neue Adresse des Kulturpotts auch die alte – nämlich im Bürgerzentrum Alte Heid. Wieder überlässt die Arbeiterwohlfahrt ihre Räume – und hat mit Ehrenamtlichen aus den eigenen Reihen auch den neuen Start zu viert möglich gemacht. Eingebrochen war die Kulturpott-Arbeit im einstigen Knappenbunker durch den Wegzug einer engagierten Kulturpottlerin aus Oberhausen. Beim Start mit dem neuen Namen Ende 2015 zählten sogar acht Ehrenamtlerinnen zum Team.

„Das Team ist wieder gut aufgestellt“, meldet jetzt Thomas Heipcke vom Gastgeber und Mitstreiter Awo „unter räumlich und logistisch sehr guten Bedingungen“. Weitere ehrenamtliche Hilfe ist hochwillkommen – denn längst nicht jeder, der von seiner finanziellen Lage her Gast des Kulturpott Ruhr sein könnte, nutzt den für ihn kostenlosen Service.

Es könnten viel mehr Gäste sein

Es geht auch keineswegs „nur“ um den klassischen Kultur-Kanon. Denn in den Kulturpott passt ganz viel rein: Auch Kultur für Kinder ist dabei, Kabarett und Comedy, Pop-Kultur und sogar Sport-Events zählen zum Karten-Kontingent. Denn die Kulturpartner sind breit gestreut – auch unter den 16 Oberhausener Institutionen, die Karten zur Verfügung stellen: Das Theater ist ebenso dabei wie die Ludwiggalerie und das Ebertbad. Die soziokulturellen Zentren – als hervorragende Adressen für Popmusik-Fans – machen ebenso mit wie freie Kulturschaffende bis hin zur Kleinstädter Bühne.

Rückkehr ins gesellschaftliche Leben

Die Ehrenamtlichen, überwiegend Frauen, leisten weit mehr als „Callcenter“-Arbeit in 14 Städten. „Es braucht persönliche Ansprache“, betont Brigitta Blömeke, die Vorsitzende des Kulturpott Ruhr. Das geht bis zu der Frage: „Was ziehe ich denn an zum Theater?“ Für etliche Gäste des Kulturpott bedeuten die Eintrittskarten – die sie nach einmaliger Anmeldung ohne weitere Formalitäten an den Abendkassen erhalten – auch eine Rückkehr ins gesellschaftliche Leben und ein heilkräftiges Mittel gegen Vereinsamung.

Manche könnten selbst die zweite Gäste-Karte für sich nicht in Anspruch nehmen. Eine weitere Aufgabe für den Kulturpott, der jedem seiner Gäste monatlich zwei Kulturerlebnisse möglich macht. Den Kreis der rund 100 Oberhausener Gäste könnten die 14 Sozialpartner – von Awo über Caritas und Diakonie bis zur Kurbel und Schuldnerberatungsstelle – durch taktvolle Tipps noch tüchtig erweitern.

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