Wie die Pianistin Jamina Gerl zu Beginn der 202. Matinee des Künstlerfördervereins erläuterte, war das Programm zusammengestellt im Hinblick auf den 200. Geburtstag von Clara Schumann am 13. September. Neben deren letzten, Robert Schumann gewidmeten Werk ging es um Musik aus ihrem Umkreis: Robert Schumann, Johannes Brahms, die Geschwister Felix Mendelssohn-Bartholdy und Fanny Hensel.

Gleich zu Beginn zeigte Jamina Gerl am Flügel ihre bekannten Qualitäten: Clara Schumanns Variationen über ein Thema von Robert Schumann gerieten zu einem abgrundtiefen Selbstgespräch, das in einem farbig durchschaubaren Geflecht verästelte Seelenschwingungen freilegte. Dass bei ihr auch einfache Melodien atmen und schwingen wie lebendige Organismen, zeigte sich in Mendelssohns „Gondellied“, das sie nahtlos übergehen ließ in die „Tarantella“ von Fanny Hensel, für deren virtuose Ausgelassenheit deutlich der Schlusssatz aus der „Italienischen Sinfonie“ des Bruders Pate stand.