Kempchen verlässt Alleestraße

Neues Domizil auf dem Waldteichgelände von Thyssen-Krupp gegenüber der Firma Lekkerland. Am gestrigen Donnerstag wurde der Notariatsvertrag über den Grunderwerb unterschrieben

Komplette Firmenverlagerungen sind in den letzten Jahren, sicherlich auch aus finanziellen Gründen, selten geworden. Dennoch steht in Alt-Oberhausen ein größerer Umzug unmittelbar bevor.

Die Firma Kempchen Dichtungstechnik, bisher City-nah an der Alleestraße in Alt-Oberhausen beheimatet, bekommt ein neues Domizil auf dem Waldteichgelände von Thyssen-Krupp als direktes Gegenüber der Firma Lekkerland, die als Convenience-Unternehmen u.a. Kioske und Tankstellen beliefert.

Das Unternehmen, im Jahr 1889 von dem damals 23-jährigen Heinrich Kempchen gegründet, versorgte in dem aufstrebenden Revier Bergwerke und Hütten mit Verbrauchsmaterialien wie "Arschleder", Transaktionsriemen für Dampfmaschinen und schon damals mit Dichtungen.

Im Jahr 2004 von der Klinger Gruppe (Österreich) übernommen, zählen Dichtungen auch heute noch zum Produktprogramm. Kunststoffe, Packungen und Kompressoren runden das Sortiment der Firma ab, die aktuell etwa 220 Belegschaftsmitglieder zählt.

Der Kundenstamm rekrutiert sich aus Betrieben der Chemischen Industrie, der Petrochemie, der Metallverarbeitung und der Energieversorgung.

Schon mehrfach wurden zaghafte Versuche übernommen, das nach schweren Jahren wieder prosperierende Unternehmen zu verlagern. Jetzt ist wohl der richtige Zeitpunkt gekommen, ein Bodengutachten sorgte zunächst für eine leichte Verzögerung.

Weil noch nicht alles hieb- und stichfest gemacht werden konnte, hielten sich Unternehmensleitung und Betriebsrat in der Bekanntgabe von Details lange Zeit zurück.

Am gestrigen Donnerstag wurde der Notariatsvertrag über den Grunderwerb unterschrieben. Das Grundstück an der Alleestraße, auf dem sich Kempchen zurzeit noch befindet, gehört einer Stiftung, über die Nutzung nach einem Umzug gibt es bisher noch keine konkreten Vorstellungen.

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