Hier gibt es viel Platz zum „Stadtgärtnern“

Mehr Pflanzen- und Farbenvielfalt in Hochbeeten, dazu eine schönere Umgebung und verantwortungsvolles Anpflanzen und Ernten: Das ist der Sinn hinter dem Begriff „Urban Gardening“ (zu deutsch: „Stadtgärtnern“). In Oberhausen entstehen immer mehr Flächen, an denen sich kleine und große Hobbygärtner versuchen können. Wir stellen Ihnen an dieser Stelle eine Übersicht vor, die die größeren Anbauflächen beinhaltet.

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Mehr Pflanzen- und Farbenvielfalt in Hochbeeten, dazu eine schönere Umgebung und verantwortungsvolles Anpflanzen und Ernten: Das ist der Sinn hinter dem Begriff „Urban Gardening“ (zu deutsch: „Stadtgärtnern“). In Oberhausen entstehen immer mehr Flächen, an denen sich kleine und große Hobbygärtner versuchen können. Wir stellen Ihnen an dieser Stelle eine Übersicht vor, die die größeren Anbauflächen beinhaltet.

Sterkrade-Mitte

Robert Oberheid vom Agenda-Büro ist der Ansprechpartner für die „Urban Gardening“-Fläche am Technischen Rathaus an der Bahnhofstraße sowie am Gesundheitsamt Sterkrade an der Tirpitzstraße. „Wir haben aktuell bei beiden zusammen rund 100 Beete“, berichtet Oberheid. Für die startende Kürbiszeit steht etwas Besonderes an: Am Mittwoch, 6. September, gibt es am Technischen Rathaus mehrere verschiedene Sorten von Kürbissen zu probieren. Hierzulande ist vor allem der Hokkaidokürbis bekannt.

„Die Betreuung ist generell ein wichtiges Thema, da leider die Zahl der regelmäßigen Helfer überschaubar bleibt“, sagt Robert Oberheid. „Aktuell sind es wohl zehn bis zwölf Helfer.“ Die Stadtverwaltung kooperiert bei beiden Flächen mit der Ruhrwerkstatt (nähere Infos eigener Abschnitt). „Man hat den Eindruck, dass die Arbeitskleidung andere Freiwillige abschreckt“, berichtet Oberheid. „Die Fläche an der Tirpitzstraße läuft dagegen ganz gut“, sagt der Agenda-Leiter. „Dort gibt es eine enge Kooperation mit Schulen. Sie können selbst entscheiden, was sie anpflanzen.“ Zuletzt seien das Erdbeeren und Salate gewesen. Angefangen wurde im Jahr 2015. Oberheid richtet einen Appell an die Bürger: „Es kostet nichts, kommen Sie einfach dorthin zum Gärtnern.“

Generationengarten

Die Arbeiterwohlfahrt Oberhausen (Awo) betreibt den Generationengarten am Kaisergarten. Auf 14 Beeten kommen laut Bernhard Bartsch verschiedene Vereine sowie mehrere Kindergärten und Schulen zusammen, um „Urban Gardening“ zu betreiben. „Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Kinder“, sagt Bartsch. „Sie dürfen anpflanzen, worauf sie Lust haben.“ Zuletzt waren das Kartoffeln und Radieschen. „Hier können Kinder Erfahrungen sammeln, die im Klassenraum nicht möglich sind. Manche denken, es kommt einfach aus dem Supermarkt und sind fasziniert, wenn sie hier etwas selbst wachsen sehen.“ Bartsch erklärt, dass noch freie Beete vorhanden sind. Bei Interesse können Kindergärten und Schulen sich bei der Awo melden.

Uhlandpark

Im Uhlandpark an der Fläche des Projekts „Ernte 46047“ herrscht aktuell ebenfalls Betrieb - „leider aber vornehmlich nur durch die drei vorhandenen Organisationen Jugendzentrum „ParkHaus“ sowie die Kitas Strickersweg und St. Michael“, berichtet Stephan Kutsch vom „ParkHaus“. „Die Resonanz im Viertel ist leider gering. Die Leute finden das schon prima, wollen aber keine Verantwortung übernehmen“. Dabei war das Projekt ursprünglich für die Anwohner im Viertel gedacht.

Nese Özcelik vom städtischen Büro für Chancengleichheit hofft auf neue Mithelfer: „Wir suchen weiterhin Ehrenamtliche, die sich an den Hochbeeten beteiligen wollen“. Sieben solcher Hochbeete sind laut Stephan Kutsch aktuell vorhanden. „Als Ernte gibt es Tomaten und Blumenkohl, die Kartoffeln sind bereits weg“, weiß Kutsch. Außerdem sind Sonnenblumen dort vorzufinden.

Ein Problem stellt weiterhin die räumliche Distanz zwischen den Beeten im Uhlandpark und dem Gebäude des „ParkHaus“ an der Knappenstraße dar. „Dazu kommt, dass die Geräte bei uns eingeschlossen sind und andere Leute nicht so einfach daran kommen“, sagt Stephan Kutsch. „Schön wäre es, wenn Interessierte sich durch den Bericht bei uns melden würden, um mitzuhelfen.“

St. Antony-Hütte

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) betreut eine „Urban Gardening“-Fläche am archäologischen Park an der St. Antony-Hütte. Das Projekt heißt „Esskultur“ und ist laut der Koordinatorin Martina Weiher im vergangenen Jahr gestartet. „Es ist ein multifunktionales Projekt und eine gute Idee, um einer Brachfläche neuen Glanz zu geben“, sagt Martina Weiher.

Durch eine Kooperation mit dem Jobcenter arbeiten aktuell 16 Teilnehmer an den Beeten mit. „Das Prinzip ist: Jeder kann pflanzen, jeder kann ernten“, sagt Weiher. „Aktuell suchen wir noch Beetpaten, denen nicht allzu wichtig ist, selbst Gepflanztes auch selbst zu ernten.“ Dazu gibt es noch eine Partnerschaft mit dem Antony-Kindergarten.

Der LVR zeigt sich vom Projekt angetan, auch weil laut Weiher viel gebaut wurde. „Durch einen Gartentag und das St. Antony-Fest veranstalten wir öfter Aktionen, um Besucher und Anwohner zum Mitmachen anzuregen“, erklärt Martina Weiher.

Tafelgärten

Die Tafelgärten am Max-Planck-Ring sind ein Projekt der Ruhrwerkstatt und kommen der Oberhausener Tafel zu Gute. Dort arbeiten laut Birgit Abrahamczik, Abteilungsleitung Gemeinwohlarbeit der Ruhrwerkstatt, durch eine Kooperation und Förderung des Jobcenters einige unter 25-Jährige, um in einen geregelten Arbeitsalltag eingeführt zu werden.

In den Gärten werden aktuell Salate, Kürbisse, Möhren, Auberginen und Grünkohl angebaut.

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