Umweltschutz

Fernradweg Osterfeld - Bottrop rückt ein Stück näher

Foto: Michael Dahlke

Osterfeld.   Die Deutsche Bahn hat ihre Flachglastrasse als Bahnstrecke entwidmet. In Bottrop hat der Rückbau schon begonnen. Daraus soll ein Fernradweg werden

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„Flachglastrasse“, so heißt die eingleisige Bahntrasse nach Bottrop-Nord und Gladbeck. Benannt ist sie nach einem Flachglas-Werk in Gladbeck, einem Hersteller von Scheiben. Seit vielen Jahren gibt es die Überlegung, sie zum Rad- und Wanderweg umzugestalten. SPD und Grüne in der Bezirksvertretung wollten jetzt von der Stadtverwaltung wissen, wie die Chancen dazu aktuell stehen.

Die Trasse zweigt südlich vom Ga­someter von der Güterzughauptstrecke nach Essen-Dellwig ab, überquert den Rhein-Herne-Kanal, die Emscher und die A 42, schließlich auch die Einfahrgleise vom Bahnhof Osterfeld-Süd. Sie verläuft auf einem Damm parallel zur Rheinischen Straße am Gartendom vorbei und führt danach zwischen dem Gelände des Kleingartenvereins Am Mühlbach in Rothebusch und den nördlichen Ausläufern des Revierparks Vonderort weiter nach Gladbeck. Insgesamt ist sie 18 Kilometer lang.

SPD und Grüne erinnerten in ih­rem Antrag daran, sie hätten sich schon 2014 für den Ausbau ausgesprochen. Das würde eine attraktive Erweiterung des Radwegenetzes ergeben. „Anlass für uns war ein Bericht über erste Baumaßnahmen in Bottrop“, ergänzte SPD-Sprecher Stefan Zimkeit. Dazu fand er nichts in der von Planungsdezernentin Sabine Lauxen erstellten Sitzungsvorlage.

In dem Papier erinnerte Lauxen daran, dass Vertreter der Städte Dorsten, Gladbeck und Oberhausen schon Anfang der 2000er Jahre über das Projekt beraten hätten. Nur sei man sich damals einig gewesen, den zu diesem Zeitpunkt auf der Strecke noch abgewickelten Güterverkehr der Bahn nicht in Frage zu stellen, also die weitere Entwicklung abzuwarten.

2013 habe es dann erste Hinweise auf die Stilllegung gegeben. Daraufhin habe die Stadtverwaltung das Projekt gleich beim Regionalverband Ruhr (RVR) als Förderprojekt für den Zeitraum 2014 bis 2020 angemeldet. Gleichzeitig habe die Stadt es in das Programm „Emscher Landschaftspark 2020+“ aufgenommen.

Auf die Entwidmung gewartet

Aber, so berichtete Sabine Lauxen weiter, weil die Trasse damals offiziell noch nicht als Bahnstrecke entwidmet gewesen sei, habe das Projekt keine Priorität erhalten. Der RVR stehe ihm aber positiv ge­genüber. Die Trasse könnte nämlich nicht nur Ausflugsverkehr übernehmen, sondern auch Alltagsradfahrer. Sie könnte sogar besondere Bedeutung für ein künftiges Fern-Radwegenetz bekommen.

Wie die Verwaltung in der Sitzung ergänzte, ist die Strecke inzwischen entwidmet. Bei den Bauarbeiten in Bottrop handele es sich um den Rückbau der Gleise.

Stefan Zimkeit bat, über das Projekt künftig regelmäßig zu berichten. Für CDU-Sprecher Denis Osmann ist die Flachglastrasse nur ein Einstieg. „Wir brauchen auch eine Nord-Süd-Verbindung in Oberhausen. Bei Radschnellwegen dürfen wir uns nicht abhängen lassen“, forderte er. „Wir haben aber in Osterfeld schon die Jacobitrasse“, erklärte Bezirksbürgermeister Tho­mas Krey (SPD).

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