Dreiklang

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Am 10. Mai, dem Lesetag der Stadt, geben Schauspieler verschiedenen Autoren eine Stimme.Serviert werden interessante Menüs an unterschiedlichen Spielorten des Theaters um 14, 19.30 und 22 Uhr

Mit drei verschiedenen Veranstaltungen zu unterschiedlichen Tageszeiten an wechselnden Spielorten steigt das Theater groß mit ein in die Leseinitiative der Stadt am 10. Mai. "Wir haben den Impuls gern aufgenommen", sagt Dramaturgin Simone Kranz, die zusammen mit Clemens Heinrichs von der Geschichtswerkstatt dafür wirbt, am Lesetag durch die von Schauspielern professionell in Szene gesetzten Texte mit einzutauchen ins LesenErleben. An den 10. Mai 1933, den Tag der Bücherverbrennung erinnern und gleichzeitig jungen Autoren eine Chance geben, gehört zu werden: Das Programm am Lesetag vereint diese beiden Anliegen glänzend. Der Vorhang öffnet sich bereits um 14 Uhr, wenn Heinrich Stanke aus dem Werk von Joseph Roth vorliest. "Hinterhof Mitte" ist Titel dieses kulinarisch-kulturellen Menüs, das im Schlossereihof des Theaters serviert wird. So wie es im Mittelalter in vielen Klöstern üblich gewesen sei, erklärt Kranz, soll bei einem gemeinsamen Mahl die Stimme des Dichters erklingen. Roth, einer der bedeutensten Erzähler des 20. Jahrhunderts und mehr als Romanautor bekannt, war auch als Reiseschriftsteller unterwegs und hat seine Eindrücke vom Ruhrgebiet geschildert.

"Bücher aus dem Feuer" ist die zweite Veranstaltung überschrieben, die die Autorin Irmgard Keun in den Mittelpunkt stellt. "Das passt sehr gut, denn Irmgard Keun hat Joseph Roth 1935 im Exil kennen gelernt", erklärt Clemens Heinrichs. Keuns Buch "Nach Mitternacht", das von Susanne Burkhard vorgestellt wird, beschreibt Nazi-Deutschland aus der Sicht einer 19-jährigen jungen Frau. "Emotional, spontan, sehr eigen, lesenswert", wie Dramaturgin Kranz betont. Linda Ribau (Gesang) und Otto Beatus (Klavier) werden das Stimmungsbild mit musikalischen Beiträgen bereichern. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr in der Rauchbar.

"Experimentelle Texte erfordern ebensolche Spielorte" (Kranz). "Zur Uraufführung frei", der dritte Beitrag im Lesungstrio, bringt junge Autoren zu Gehör. Die Veranstaltung beginnt um 22 Uhr und lässt die Zuhörer durchs Theater wandern.

Franziska Werner, Jan Kämmerer und Michael Witte geben bisher unveröffentlichten Texten ihre Stimme. Es erklingen: "Der letzte Mensch", ein Monodrama von Ingo Munz auf der Unterbühne, "Stube der verlorenen Seelen", ein Trauerspiel in Bildern von Mariusz Lata auf der Bühne vor geschlossenem Vorhang sowie "Die (1/4) Stunde des Dichters" von Sven Lange in der Rauchbar wie auch ein Altsaxophon, gespielt von Mike Szadik."Experimentelle Texte erfordern ebensolche Spielorte"

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