Das letzte Fotorätsel sorgte für rauchende Köpfe und wilde Spekulationen. Aber dann kamen sie doch, die entscheidenden Hinweise: „Wo in Osterfeld befand sich dieser Butterladen?“, hatten wir Sie, liebe Leser, gefragt. Und Sie fanden die richtige Antwort: Die Familie Wilhelm Nover betrieb das „Central-Butter-Haus“ als Tabakwarenhandlung und Feinkostgeschäft an der Marktstraße 15 in Osterfeld.

Leser Reinhard Gebauer hatte uns die Aufnahme zur Verfügung gestellt. Sie stammt ursprünglich aus der Sammlung Karl-Heinz Konopka und ist über 100 Jahre alt.

Tabakwarenhandlung und Feinkostgeschäft in einem: Das Butterhaus der Familie Nover.
Tabakwarenhandlung und Feinkostgeschäft in einem: Das Butterhaus der Familie Nover.© Sammlung Karl-Heinz Konopka

Per Mail, Brief und auch auf Facebook beteiligten sich etliche Geschichtsinteressierte. Dennis Kühl verortete das Butterhaus an die Bergstraße. Mike Prehn Koska ergänzte: „Berg- /Ecke Henselstraße. Wo jetzt die Pizzeria Funghi ansässig ist?“. Weit gefehlt. Den richtigen Riecher bewies Dirk Knoop: „Ich glaube der Butterladen befand sich auf der Gildenstraße, ca. Gildenapotheke/Eisdiele.“

Treffer. Glückwunsch! Hervorragende Geschichtskenntnisse zeigte aber auch unser Leser Martin Grundmann: „Die Marktstraße hieß nur bis 1935 so, von 1936-45 Litzmannstraße und heute Gildenstraße.“ Wilhelm Nover sei Ende der 1930er Jahre während einer Tuberkulose-Epidemie in Osterfeld verstorben. Das Geschäft sei im Zweiten Weltkrieg im Bombenhagel zerstört worden (1943). Die Familie zog an die Bottroper Str. 162, wo Sohn Johannes Nover eine Feinkosthandlung mit Lotto-Annahmestelle eröffnete. „1955 zogen sie zurück in den damaligen Neubau an der Gildenstraße 15.“

Schachpartie mit Kunden

Als am 21. November 1921 im Osterfelder Café Frintrop der Schachclub „Turm“ gegründet wurde, wurde Kaufmann Johannes Nover Schriftführer. „Er war begeisterter Schachspieler, holte mehrere Stadt- und Vereinsmeistertitel“, weiß Grundmann. Von Reinhard Gebauer wissen wir: „Johannes Nover soll in seiner Lotto-Annahmestelle stets ein Schachbrett parat gehabt haben, um gegen interessierte Kunden zu einem Wettkampf anzutreten.“ Als der Kaufmann 1956 verstarb, habe seine Schwester Wilhelmine Nover das Geschäft bis 1967 geleitet. Dann übernahm seine Frau Anni, die den Laden bis 1979 weiterführte.

Martin Grundmann erzählt: „Rechts neben dem Geschäft befand sich die Friedhofstraße, die zum alten Friedhof von Osterfeld führte.“ Das nächste Gebäude auf der rechten Seite sei die Wirtschaft Klapheck gewesen. „Sie wurde im Krieg zerstört.“ Heute befindet sich dort die Gilden-Apotheke.

>>> AUCH EINE NACHFAHRIN MELDET SICH

„Man muss wohl ein Nachkomme der Eigentümerfamilie sein, um zu erkennen, dass es sich bei dem abgebildeten Butterhaus um ein Feinkostgeschäft in der heutigen Fußgängerzone Gildenstraße handelt“, schrieb uns Annette Nover-Heiting.

„Heute befinden sich dort seit 1972 das Eiscafé Adria und das Blumengeschäft Kolmans.“