Baubeginn

Ausbau der Betuwe-Bahnlinie startet mit Abriss in Oberhausen

Ziehen an den Strippen (v.li.): NRW-Regierungspräsidentin Anne Lütkes, Dr. Pawel Wojciechowski (Europäische Kommission), Enak Ferlemann (parlam. Staatssekretär), Michael Groschek, Ronald Pofalla, Daniel Schranz. Foto:Lars Heidrich

Ziehen an den Strippen (v.li.): NRW-Regierungspräsidentin Anne Lütkes, Dr. Pawel Wojciechowski (Europäische Kommission), Enak Ferlemann (parlam. Staatssekretär), Michael Groschek, Ronald Pofalla, Daniel Schranz. Foto:Lars Heidrich

OBERHAUSEN.   Nach 25 Jahren erfolgt der Beginn der Güterzug-Strecke. Polit-Prominenz in Oberhausen. Brücke an der Rothofstraße wird zurückgebaut.

Es ist schon ein kleines Jubiläum: Fast 25 Jahre nach dem Vertrag von Warnemünde über die Verbesserung des deutsch-niederländischen Schienengüterverkehrs geht es nun auf deutscher Seite endlich los. An der Rothofstraße in Oberhausen startet der rund 1,5 Milliarden Euro teure Ausbau der Betuwe-Linie, die das Ruhrgebiet und den Niederrhein mit dem Hafen in Rotterdam verbinden und mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene bringen soll. Gestern traf sich die politische Prominenz zum Spatenstich im Forster Bruch.

Groschek entschuldigt sich

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek, selbst Oberhausener, entschuldigte sich zunächst bei den niederländischen Nachbarn für die Verzögerung und versprach: „Jetzt machen wir wirklich ernst. Schüpp, schüpp und quatsch nicht!“ Auch Ronald Pofalla, einst Kanzleramtschef, inzwischen Vorstand der Deutschen Bahn, hat die Diskussionen um die Betuwe-Linie seit 1992 begleitet. Er sprach gestern von einem „bedeutenden Meilenstein“.

Die Eisenbahn-Strecke zwischen Oberhausen und Emmerich ist rund 73 Kilometer lang. In den an der Strecke liegenden Kommunen werden immer wieder Sorgen der Bürger laut – vor allem in Bezug auf den Lärmschutz und die Sicherheit beim Gefahrguttransport.

Oberhausen ist die erste und bislang einzige Stadt, in der das Planfeststellungsverfahren genehmigt ist. Und: Oberhausen ist auch die bislang einzige Kommune, die dagegen klagt – auch wenn Oberbürgermeister Daniel Schranz gestern von einem Ereignis sprach, „über das man sich freuen kann.“

Strittig sind vor allem fehlende Lärmschutzwände

Strittig sind vor allem bislang fehlende Lärmschutzwände, unter anderem am Kaisergarten. Auch die Sicherheitsbedenken – es geht beispielsweise um die Löschwasserversorgung und den Abstand der Nottüren in den Bahnen – sind noch nicht ausgeräumt. Ronald Pofalla aber zeigte sich gestern zuversichtlich, „dass wir zu einvernehmlichen Lösungen kommen werden“. Die Klage der Stadt Oberhausen wird mit großem Interesse von den anderen Kommunen beobachtet.

Dennoch schreiten die Arbeiten an der Rothofstraße, in Sichtweite zu MAN, voran. An diesem Wochenende wird die Bahnstrecke voll gesperrt, damit die bisherige Brücke abgerissen werden kann, um einer neuen, rund 60 Meter breiten Brücke Platz zu machen.

Die Anwohner müssen sich also bereits an diesem Wochenende auf mögliche Lärmbelästigungen einstellen, auch am Sonntag wird gearbeitet. In rund einem Jahr soll die neue Brücke fertig sein.

Bürgerinitiative sieht Forderung erfüllt

Die Oberhausener müssen zukünftig nicht mehr am Bahnübergang warten, sondern können die Gleise oberhalb queren. Die Strecke wird an dieser Stelle nicht wie auf den 73 Kilometern meist üblich nur auf drei, sondern gleich auf vier Gleise erweitert. Die Bürgerinitiative „Betuwe – So nicht“, angeführt von SPD-Ratsherr Manfred Flore, sieht hier die Forderungen nach Lärmschutz erfüllt: Es wird eine Lärmschutzwand gebaut.

Flüsterbremsen für weniger Lärm

An den Baukosten beteiligen sich Bund und Land zu großen Teilen. Verkehrsminister Groschek (SPD) unterstrich die Bedeutung für NRW: „Der größte europäische Binnenhafen in Duisburg erhält nun einen schnelleren Zugang über das Rotterdamer Containertor in die gesamte Welt.“

Die Hälfte der Güterzüge habe DB Cargo bereits mit Flüsterbremsen ausgerüstet. Bis zum Jahr 2020 soll die Lärmbelastung halbiert sein.

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