Herr Gieske, seit gut einem Jahr diskutiert die breite Öffentlichkeit über die Folgen des Klimawandels. Wie sehr müssen wir unser Wohlstandsleben einschränken, um die Welt vor dem Hitze-Kollaps zu bewahren?

Gieske: Deutschland kann zwar nicht alleine die klimapolitischen Herausforderungen lösen, aber gleichwohl müssen wir umdenken: Wir können auf Dauer unsere Wohlstandsgesellschaft so nicht weiterführen, wir werden ein Stück weit mehr zugunsten von Entwicklungsländern abgeben müssen. Für falsch halte ich es aber, wie wir in Deutschland auf aktuelle Themen reagieren – immer mit Panik, immer mit 130 Prozent, immer weit übers Ziel hinaus. Derzeit dreht sich bei uns alles um Umweltschutz, als wenn dies das einzige wichtige Thema in der Welt ist. Das ist eine sehr ungute Entwicklung.