Oberhausen. . Der nach dem Berlin-Attentat gesuchte Anis Amri lebte unter falscher Identität in Oberhausen. Dort erhielt er auch finanzielle Leistungen.
- Gebürtiger Tunesier lebte als Flüchtling seit Ende 2015 rund ein halbes Jahr in der Stadt
- Verdächtiger soll sich in der Salafisten-Szene Nordrhein-Westfalens bewegt haben
- Ermittler schweigen nach Polizei-Großeinsatz in Asylunterkunft im Norden am Mittwoch
Der mutmaßliche Attentäter von Berlin, Anis Amri, wurde der Stadt Oberhausen von der Bezirksregierung Arnsberg Ende des vergangenen Jahres als Flüchtling zugewiesen. Allerdings unter einem anderen Namen - als Ahmed Almasri. Deshalb habe der Mann hier bis zum Mai auch völlig unauffällig gelebt und Leistungen bezogen, war am Donnerstag von der Stadt zu erfahren. Erst als Amri dann nach Berlin gereist sei, habe man dort festgestellt, dass der Mann auch schon in Kleve als Asylsuchender gemeldet war. So stellte Oberhausen Ordnungsdezernent Frank Motschull auch klar: „Wir waren nicht die zuständige Ausländerbehörde und erst recht nicht die zuständige Abschiebebehörde.“
Verdächtiger soll sich in Salafisten-Szene bewegt haben
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In einer Asylbewerberunterkunft im Oberhausener Norden fand am Mittwochabend ein großer Polizeieinsatz statt, zu dem die Polizei selbst nichts sagt und stattdessen auf die Generalbundesanwaltschaft verweist. Die Bundesanwaltschaft wollte sich jedoch zu dem Einsatz aus ermittlungstaktischen Gründen ebenfalls nicht äußern. „Es erfolgen Maßnahmen an vielen Stellen im Bundesgebiet“, erklärte ein Sprecher der Behörde. Die Frage, ob dabei nach dem mutmaßlichen Berlin-Attentäter Anis Amri gesucht würde, beantwortete der Sprecher nicht. Er sagte lediglich allgemein: „Sollte eine Festnahme erfolgen, wird zu überlegen sein, welche Informationen wir preis geben.“
Eine mögliche weitere Verbindung Amris zu Oberhausen: Aus Polizeikreisen war zu hören, Amri habe sich in der Salafisten-Szene Nordrhein-Westfalens bewegt. Auch in Oberhausen gibt es eine solche Szene.