Weihnachtszauber

Winterkirmes in Herne sorgt bei Anwohnern für Wirbel

Seit der Cranger Kirmes wirbt diese Plakatwand an der Dorstener Straße in Höhe der A42-Anschluss-Stelle Crange für den Weihnachtszauber.

Seit der Cranger Kirmes wirbt diese Plakatwand an der Dorstener Straße in Höhe der A42-Anschluss-Stelle Crange für den Weihnachtszauber.

Foto: Sabine Hahnefeld

Herne.   Der Weihnachtszauber auf dem Cranger Kirmesplatz sorgt weiter für Wirbel bei Anwohnern. Die Organisatoren laden unterdessen zum Runden Tisch.

Anwohner des Weihnachtszaubers, der vom 23. November bis 31. Dezember auf einem Teil des Cranger Kirmesplatzes stattfinden soll, werfen den Lokalpolitikern von SPD und CDU „ignorantes Verhalten“ vor.

Auslöser für diese Kritik: Frank Droste, CDU-Fraktions-Chef im Bezirk Wanne, hatte im Juli im Gespräch mit der WAZ-Redaktion gesagt, dass die Kritiker ins Boot geholt und ihre Sorgen zerstreut worden seien. Damit könnten aber nicht die Anwohner gemeint gewesen sein, da man mit ihnen nicht gesprochen habe, sagt Anwohner Ralf Kotbusch auf WAZ-Anfrage.

Anwohner haben zahlreiche Kritikpunkte

Kotbusch und weitere Anwohner sind der Ansicht, dass SPD und CDU gar kein Interesse an den Sorgen der betroffenen Bürger haben. Weder bei der Bürgerversammlung noch der entscheidenden Sitzung des Immobilienausschusses seien die Fraktionsvertreter auf die vorliegenden Unterschriftenlisten eingegangen.

Somit sei, ergänzt Kotbusch, eine Entscheidung, die die Lebensqualität der betroffenen Anwohner in den nächsten Jahren erheblich beeinflussen werde, über die Köpfe der Bürger hinweg getroffen worden, statt sich im Vorfeld der Entscheidung für einen Pachtvertrag mit ihren Argumenten und Sorgen zu befassen. Das Verhalten der Parteien trage erheblich zur Politikverdrossenheit bei.

Schon im Vorfeld der Bürgerversammlung im Frühjahr, bei der das Vorhaben präsentiert wurde, hatten sich 80 Nachbarn schriftlich an die Fraktionen gewandt und gegen das über fünfwöchige Spektakel mit Vergnügungspark, Karussells und Gastronomie protestiert. Kotbusch hatte die Unterschriftenaktion organisiert und benennt stellvertretend für die Anwohner, die ihre Namen nicht nennen wollen, weil sie in Zukunft Nachteile fürchten, einige der Kritikpunkte.

Angst vor Gegröle, Betrunkene und Zerstörungen

Die Cranger Kirmes mit ihren elf Tagen bedeute bereits eine erhebliche Belastung. Der Weihnachtszauber habe den dreifachen zeitlichen Umfang. Da sorgen sich Anwohner, dass sie zukünftig in einem „Dauerfreizeitpark“ wohnen.

Im Gegensatz zur Cranger Kirmes seien für den Weihnachtszauber Parkplätze nicht außerhalb, sondern auf einer Fläche des Kirmesgeländes vorgesehen. Die vom Veranstalter angekündigten 1000 Stellplätze würden zu einer enormen Verkehrsbelastung mit Rückstaus in den angrenzenden Straßen führen. Daneben fürchten die Anwohner Gegröle der Gäste auf dem Heimweg, Betrunkene, die in Vorgärten oder Hauseingänge urinieren, Gläser, die zu Bruch gehen und mutwillige Zerstörungen. Und trotz aller angekündigten Bemühungen müssten die Anwohner eine „beachtliche Geräuschkulisse“ hinnehmen.

Beeinträchtigung durch Auf- und Abbauarbeiten

Die Anwohner ertragen nach seinen Worten den Lärm bei der Cranger Kirmes mit großer Toleranz von 12 bis 24 Uhr, an den Wochenenden bis 2 Uhr morgens, manchmal darüber hinaus. Nun würde eine weitere Lärmbelastung über zusätzliche fünf Wochen im Jahr dazu kommen, der man selbst im geschlossenen Wohnraum nicht entfliehen könne.

Die Anwohner geben ferner zu bedenken, dass sie - wie bei der Cranger Kirmes - durch Auf- und Abbauarbeiten schon mehrere Wochen vorher und nachher mit deutlichen Beeinträchtigungen leben müssten.


Organisatoren wollen Anwohner umfassend informieren

Die Organisatoren des Cranger Weihnachtszaubers wollen in der ersten Oktoberwoche einen Runden Tisch für Anwohner veranstalten. „Dabei wollen wir versuchen, ihnen alle Sorgen zu nehmen“, sagt Dominik Hertrich, Marketingleiter der Cranger Weihnachtsveranstaltungs GmbH, zur WAZ.

Termin und Ort stünden noch nicht fest. In Kürze sollen die Anwohner aber per Infoblatt und über die sozialen Netzwerke über das Treffen informiert und dazu eingeladen werden. Rede und Antwort stehe beim Runden Tisch das ganze Organisationsteam.

Mit dem Infoblatt, sagt Hertrich, erhalten die Anwohner auch die Telefonnummer für eine 24-Stunden-Hotline; an sie könnten sich Anwohner während des Weihnachtszaubers wenden. Darüber hinaus erhalte das Papier weitere Informationen, etwa für den Verlauf des Aufbaus sowie zur Parkplatzsituation. Was Letztere angeht, wollten die Organisatoren kostenlose Parkplätze für Anwohner zur Verfügung stellen. Weitere Informationen zum Prozedere gebe es ebenfalls auf dem Infoblatt und beim Runden Tisch. Kontakt Organisatoren: kontakt@cranger-weihnachtszauber.de

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