Wenn mal wieder ein Shitstorm durch ein soziales Medium peitscht oder digitale Plattformen von Hasskommentaren geflutet werden – dann ist zu spüren, dass Werte wie die Toleranz immer mehr unter Druck geraten. Da hilft es, sich ganz gezielt mit dem Thema Toleranz zu beschäftigen. Möglich ist dies ab sofort auf dem Europaplatz in Herne-Mitte bei der Wanderausstellung „ToleranzRäume“.

Auf den ersten Blick handelt es sich um einen überschaubaren Container, doch der wartet sprichwörtlich mit inneren Werten auf. Besucherinnen und Besucher können dort zahlreiche Aspekte rund um die Toleranz entdecken. So kann man an einer Wand Schubladen öffnen – und sich so bewusst werden, dass Menschen gerne gedanklich in Schubladen gesteckt werden. Und wenn man dann in die falsche gesteckt wird ...

Aufgaben auf einem Wimmelbild lösen

Wer mag, kann die Ausstellung in Teilen auch mit nach Hause nehmen. In einem Teil sind Zitate von Menschen versammelt, die sich für Toleranz eingesetzt haben. Manche dieser Zitate sind auf einen Abreißblock gedruckt. Und wer Wimmelbilder kennt: Davon gibt es auch eins in der Ausstellung. Doch man kann es nicht nur betrachten, sondern auch Aufgaben lösen. Wer mag, kann sich die Ausstellung und die Aufgaben von zwei Begleitpersonen erläutern lassen.

Der Trommelkreis gegen Gewalt der Hans-Tilkowski-Schule bildete den musikalischen Rahmen bei der offiziellen Eröffnung.
Der Trommelkreis gegen Gewalt der Hans-Tilkowski-Schule bildete den musikalischen Rahmen bei der offiziellen Eröffnung.© FUNKE Foto Services | Jörg Schimmel

Auch einen Außenbereich gibt es: Dort wird anhand von Alltagsbeispielen gezeigt, wo Toleranz wichtig ist und wie jeder Einzelne sich für mehr Respekt im gegenseitigen Umgang einsetzen kann. Auf der Rückseite des Containers können Hernerinnen und Herner der Ausstellung einen kleben. Dort sind vier Fragen zu sehen, zum Beispiel: Wird Deine Meinung gehört? Oder: Ist unsere Gesellschaft tolerant. Auf einer Skala von 1 bis 10 können Sticker aufgeklebt werden. So wird sich bis zum 5. September ein Meinungsbild herausbilden.

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Hernes Oberbürgermeister Frank Dudda freut sich, dass die vom Bundestag geförderte Ausstellung auch in Herne Station einlegt. Die Stadt selbst habe ja vor einiger Zeit die Kampagne „Herne mit Respekt“ aufgelegt, die Toleranzräume seien eine optimale Ergänzung. Auch wenn man nicht immer der gleichen Meinung sei, müsse es möglich sein, mit Respekt miteinander zu reden.

Besuch ist kostenlos, keine Anmeldung nötig

Die Ausstellung „ToleranzRäume“ ist bis 5. September immer von 8 bis 22 Uhr geöffnet. Guides sind täglich von 10 bis 18 Uhr anwesend. Der Besuch ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Rahmenprogramm: Freitag, 25. August, 19 bis 23 Uhr: Night-Light Dinner Herne meets „ToleranzRäume“: buntes und kulinarisches Miteinander vom Bahnhof bis zur Kreuzkirche; Sonntag, 27. August, 12 Uhr: Sonntag-Mittag-Townhall: Max Lucks (MdB, Die Grünen) und Alexander Vogt (MdL, SPD) beantworten Fragen zu ihrer alltäglichen Arbeit in den Parlamenten und zur Rolle von Toleranz und Respekt für politische Entscheidungsfindungen. Weitere Informationen zur Ausstellung unter www.toleranzraeume.org.