Bildung

Schulen erhalten aus „Teach First“-Programm drei Stellen

Diese drei neue „Teach First Fellows“ unterstützen für zwei Jahre Herner Schulen:  (von links) Paula Pabel (Haranni-Gymnasium), Luisa Hemker (Hans-Tilkowski-Schule) und Jana Eckei  (Realschule An der Burg).Foto:Rainer Raffalski

Diese drei neue „Teach First Fellows“ unterstützen für zwei Jahre Herner Schulen: (von links) Paula Pabel (Haranni-Gymnasium), Luisa Hemker (Hans-Tilkowski-Schule) und Jana Eckei (Realschule An der Burg).Foto:Rainer Raffalski

Herne.   Herner Schulen erhalten aus dem „Teach First“-Programm drei Stellen. Warum das einzigartig ist in Nordrhein-Westfalen.

„Herne ist einzigartig.“ Dieses große Lob hat Ruth-Anne Damm von der gemeinnützigen Bildungsinitiative „Teach First“ am Freitag der Stadt und Bildungsdezernentin Gudrun Thierhoff gezollt.

Anlass war die Vorstellung von drei neuen „Fellows“ (deutsch: Weggefährten), die seit den Sommerferien die Arbeit von drei Herner Schulen über einen Zeitraum von insgesamt zwei Jahren unterstützen. Drei Stellen aus diesem Programm für eine Stadt – das gebe es in Nordrhein-Westfalen nur in Herne, berichtete Damm. Zurückzuführen sei dies vor allem auf das „außergewöhnliche Engagement“.

Großes Lob von den Schulleitern

Und auch die drei neuen „Teach First Fellows“, so der offizielle Titel, erhielten von ihren Schulleitern bereits großes Lob für den bisherigen Einsatz. Paula Pabel (26) aus Münster verstärkt das Haranni-Gymnasium, Luisa Hemker (22) aus Bochum die Hans-Tilkowski-Schule und Jana Eckei (26) aus Dortmund die Realschule An der Burg. Alle drei eint: Sie haben gerade ein Studium abgeschlossen, das eher wenig bis gar nichts mit einer Lehrer- oder Schulsozialarbeiterausbildung zu tun hat. Für ihren Fulltime-Job erhalten sie eine Referendarsvergütung von monatlich 1850 Euro brutto.

Die Fellows brächten neue Impulse und eine andere Perspektive ein, sagten die Bildungsdezernentin und die drei Schulleiter. „Sie sehen Schüler mit ganz anderen Augen und gehen ganz anders auf sie zu“, erklärte Nicole Nowak, Leiterin des Haranni-Gymnasiums. Das ermögliche eine individuelle Förderung, wie man sie sich „im Idealfall vorstellt“.

Hilfe bei Unterricht in Willkommensklassen

An der Hans-Tilkowski-Schule liegt ein Schwerpunkt von Fellow Luisa Hemker im Übergang „Schule und Beruf. Paula Pabel unterstützt Lehrer am Haranni-Gymnasium bei der Unterrichtung von Willkommensklassen. Und dieser Aufgabe widmet sich auch Jana Eckei an der Realschule an der Burg. Darüber hinaus bemühen sich die drei jungen Frauen unter anderem um Integration, arbeiten in Kleingruppen und leiten Arbeitsgemeinschaften.

Obwohl die „Weggefährten“ häufig ihre berufliche Laufbahn unterbrechen, sei die Nachfrage nach den Stellen recht groß, so „Teach First“-Mitarbeiterin Ruth-Anne Damm. Das gilt auch für die Schulen: Für die aktuell drei Fellow-Stellen hätten sich sieben Herner Schulen beworben, so Damm.

Das Land finanziert zwei Stellen

Neu ist dieses Angebot für die Stadt nicht: Seit sechs Jahren sind jährlich im Schnitt zwei Fellows in Herne im Einsatz. 37 000 Euro kostet eine solche Stelle. Zwei Stellen finanziert das Land, eine weitere die Stadt - allerdings überwiegend durch Spenden von Sponsoren, betonte Gudrun Thierhoff. Konkret: die Bildungs- und Erziehungsstiftung der Herner Sparkasse, der Verein „Leben in Herne“, die Gesellschaft zur Förderung der Integrationsarbeit in Herne (gfi), der Lions-Club Herne-Emschertal sowie das Lions-Hilfswerk. Und: Die zweite Landesstelle wird von der RAG-Stiftung mitfinanziert.

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