Am Sonntag ist Bundestagswahl. Für viele junge Menschen ist es die erste Stimmabgabe. Am Gymnasium Wanne wurde schon am Donnerstag gewählt: bei einer „Juniorwahl“ für Schüler ab der neunten Klasse. Die Wahl ist Teil eines gleichnamigen Projekts des Vereins Kumulus, der sich zum Ziel gesetzt hat, Bildung und Erziehung zu fördern. Die bundesweite Veranstaltung wird seit 1999 durchgeführt und findet parallel zu Landtags-, Bundestags- und Europawahlen statt. Wie bei der „richtigen“ Wahl erhielten die Schüler im Vorfeld eine Wahlbenachrichtigung und mussten in Wahlkabinen ihre Erst- und Zweitstimme abgeben. Auf dem Wahlzettel fanden sich die Parteien und Kandidaten, die auch bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Herne/Bochum II antreten.

Der Ablauf der Juniorwahl wird von einer Gruppe freiwilliger Schüler organisiert. Insgesamt dürfen 365 Schüler teilnehmen, die im Unterricht über die Parteien und ihre Ziele informiert wurden. Das Ergebnis der Juniorwahl wird am Wahlsonntag um 18 Uhr auf www.juniorwahl.de veröffentlicht.

Otto-Hahn-Gymnasium. Geht ihr wählen?

Alexander Kubicki, 18

"Ich gehe zur Wahl, da ich der Meinung bin, dass es in Deutschland Pflicht ist zu wählen. Wir haben hier das Privileg dazu, außerdem kann ich so meine Zukunft mitbestimmen. Von der neuen Bundesregierung würde ich mir wünschen, dass sie den Sicherheitsaspekt in den Vordergrund stellt. Außerdem sollte für mehr soziale Gerechtigkeit gesorgt werden. Im Vorfeld der Wahl finde ich die Werbung der Parteien etwas übertrieben. Natürlich muss informiert werden, aber es werden zum Beispiel viel zu viele Plakate an einem Ort aufgehängt.

Julian Reinartz, 18

"Ich gehe aus zwei Gründen wählen: Erstens will ich, dass meine Meinung im Bundestag vertreten wird. Zweitens ist meine Stimme auch gegen Rechtspopulisten gerichtet, denn diese dürfen keinen hohen Stimmenanteil bekommen. Ich selbst werde wahrscheinlich CDU oder SPD wählen. Es sind die beiden mir geläufigsten Parteien, aber mir gefällt auch ihre Politik. Ich hätte nichts dagegen, wenn Angela Merkel Kanzlerin bleibt. Die neue Regierung sollte  dafür sorgen, dass man sich auf Veranstaltungen wieder sicher fühlen kann.“

Görkem Yenisen, 18

"Ich werde am Sonntag nicht wählen gehen. Ehrlich gesagt, muss ich zugeben, dass ich mich nicht für Politik und die Wahl interessiere und mich damit nicht auseinandergesetzt habe. Ich achte daher auch kaum auf Wahlwerbung, sei es in Form von Plakaten oder in Fernsehsendungen. Alles in allem bin ich aber sehr zufrieden, wie es aktuell in Deutschland zugeht. Das einzig Wichtige, das die Politik und die kommende Regierung meiner Meinung nach in der Zukunft verbessern sollte, ist die Sicherheit, vor allem im öffentlichen Raum.“

Nico Schulz, 18

"Ich finde es gut, in der Politik mitwirken und mitbestimmen zu können, weshalb ich wählen gehen. Die  Situation in Deutschland finde ich ganz gut, nur die Sicherheit muss verstärkt werden. Die Angst vor Terror soll wieder verschwinden. Die Wahlwerbung in Form von Plakaten spricht mich nicht an, da ich nicht darauf achte und mir schon eine Meinung gebildet habe. Ich finde sie sogar unsinnig, denn nur wenige Menschen lassen sich von so etwas beeinflussen. Die meisten werden schon längst ihre Entscheidung getroffen haben.“

Keanu Ferchichi, 18

"Ich gehe wählen, da wir in Deutschland das Recht dazu haben. Auf keinen Fall wird die AfD meine Stimme bekommen. Wer aber letztendlich Kanzler wird, da habe ich keinen Favoriten und bin offen für alles. Meiner Meinung nach sollte in Zukunft die Flüchtlingspolitik geändert werden. Die Abläufe müssen besser organisiert sein, außerdem sollten die Bedingungen, um Asyl zu bekommen, vereinfacht werden. Im Vorfeld der Wahl wurde ich vor allem durch den Unterricht  über die Parteien informiert, flüchtig auch im Fernsehen.“

Madeleine Sikorski, 18

"Ich gehe natürlich wählen. Ich kann Menschen, die dieses Recht nicht wahrnehmen, nämlich nicht leiden. Ich persönlich bin dafür, dass die CDU an der Macht bleibt und Angela Merkel weiterhin das Amt als Kanzlerin ausführen sollte. Sie macht in meinen Augen einen guten Job. Martin Schulz als Kanzler wäre zwar auch ok, aber ich finde ihn dann doch eher unsympathisch. Wahlplakate sind für mich einfach nur Umweltverschmutzung. Mich sprechen sie nicht an, da ich mich im Vorfeld sowieso hauptsächlich im TV informiert habe.“

Michael Alexander Feinermann, 18

"Ich werde mit meiner Erststimme die CDU, mit der Zweitstimme die FDP wählen. Ich bin eher der FDP zugetan, glaube aber, dass in meinem Wahlkreis ein FDP-Kandidat keine Chance hat. Deswegen gebe ich die Stimme der CDU. Auch im Bereich der Sicherheitspolitik bin ich eher auf Seiten der CDU, da ich für mehr öffentliche Videoüberwachung bin. Von Martin Schulz halte ich nicht viel, für mich ist er ein Populist. Er redet viel von Gerechtigkeit, ohne sie zu definieren, und er zielt nur darauf ab, Emotionen anzusprechen.“

Sven Stolz, 18

"Ich bin mir noch nicht sicher, wen ich wähle und muss mich noch einmal informieren. Ich finde es generell schwierig, sich zu entscheiden, da viele Parteien inhaltlich sehr ähnlich sind. Wählen werde ich aber auf jeden Fall, denn AfD und ähnliche Parteien würden sonst mehr Gewicht bekommen. Die Plakate der Parteien finde ich interessant, da ich beispielsweise auf dem Weg zum Sport relativ viele sehe und sie mir durchlese. Die Sprüche der extremen Parteien sind dabei eher amüsant, denn ich kenne niemanden, der das ernst nimmt.“

Franziska Piorrek, 18

"Ich gehe wählen, denn ich denke, jede Stimme zählt. Ich bin mir noch nicht sicher, wen ich wählen werde, aber für mich gehört die AfD nicht in die Regierung. Insgesamt bin ich mit der politischen Lage in Deutschland ganz zufrieden, nur in der Flüchtlingspolitik sollte mehr Menschlichkeit im Vordergrund stehen. Ich finde Werbung vor der Wahl übertrieben, die Plakate haben meist nur flotte Sprüche und nichts dahinter. Man sollte sich immer noch zusätzlich über die Parteien informieren und sich vor allem ihre Programme ansehen.“

Mara Galinski, 18

"Durch die Wahl haben wir die Chance, in unserem Land mitzuwirken, weshalb ich wählen gehen werde. Da es meine erste Wahl ist, werde ich zusammen mit meinen Eltern gehen, damit ich nicht alleine dastehe und sie mir ein wenig zeigen können, wie das Ganze abläuft. Von der neuen Regierung wünsche ich mir, dass die Bildung für Flüchtlinge verbessert wird, damit sie hier in Deutschland eine Perspektive bekommen. Im Bereich der Altenpflege sollten mehr Arbeitsplätze geschaffen und das Berufsbild interessanter gestaltet werden.“

Hilal Aydin, 18

"Ich gehe wählen, denn für das Wahlrecht wurde mal gekämpft. Die Geschichte sollte nicht vergessen werden und jeder sollte dieses Recht in Anspruch nehmen. Ich persönlich würde nicht die AfD oder die Linken wählen, da ich extreme Positionen nicht gut finde. Ich favorisiere außerdem eine Koalition mit drei Parteien. Von der neuen Regierung erhoffe ich mir, das sie die Polizei besser ausrüstet. Außerdem kommt die Bildung in den meisten Wahlprogrammen zu kurz, es sollte zu diesem Thema ein eigenes Programm aufgestellt werden.“

Marek Segieth, 18

"Ich werde wählen gehen. Ich bin nämlich der Meinung, dass man sich in Deutschland in der Politik einbringen muss, wenn man dafür alt genug ist. Wer meine Stimme letztendlich bekommt, weiß ich noch nicht. Ich werde mich vor der Wahl nochmal mit den einzelnen Parteien auseinandersetzen und schauen, was sie vorhaben. Jedoch werde ich nichts Rechtslastiges wählen. Ich finde deshalb Wahlwerbung ganz informativ, da sie in Form von Plakaten vermittelt, wofür die Parteien stehen und was sie nach der Wahl tun wollen.“

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