Medizin

Neuer Riese in der Gesundheitswirtschaft

Foto: Hans Blossey

Herne.   In der Gesundheitswirtschaft in Herne steht eine weitere „Elefantenhochzeit“ vor der Tür: Die St. Vincenz-Gruppe mit über 2300 Mitarbeitern und die Stiftung Katholisches Krankenhaus Marienhospital mit rund 1700 Mitarbeitern wollen fusionieren.

Entsprechende Informationen der WAZ bestätigte am Mittwochabend Johannes Baumann, Verwaltungsratschef der St. Vincenz-Gruppe. Geben die obersten Gremien grünes Licht, soll das neue Unternehmen noch im Frühjahr aus der Taufe gehoben werden. Geplanter Name: St. Elisabeth-Gruppe.

Die „Ehe“, betont Baumann, wäre eine „Partnerschaft auf Augenhöhe“; beide Seiten sollen einen Anteil von 50 Prozent an der neuen Gesellschaft einbringen. Mit der Fusion, so der Verwaltungsratschef, soll die Qualität der Pflege, aber auch die wirtschaftliche Lage der Einrichtungen verbessert werden. So seien etwa Einsparungen bei den Apotheken, Küchen oder beim Einkauf denkbar. Wichtiges Signal an die Mitarbeiter: „Wir wollen niemanden entlassen, es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben.“

Selbstständigkeit sollerhalten bleiben

Wird die „Ehe“ der beiden katholischen Krankenhaus-Betreiber Realität, wächst in Herne ein zweiter Riese in der Gesundheitswirtschaft heran. Zur Erinnerung: Vor anderthalb Jahren wurde vor Ort der Evangelische Verbund Ruhr durch eine Fusion von Ev. Krankenhausgemeinschaft (Herne) und Diakonie Ruhr (Bochum) mit knapp 5000 Mitarbeitern aus der Taufe gehoben. Nun steht die St. Elisabeth-Gruppe mit über 4000 Mitarbeitern vor der Gründung.

Damit steigt auch das Leistungsangebot der Katholischen Kirche. Die Stiftung Katholisches Krankenhaus Marienhospital Herne, vor 130 Jahren von katholischen Bürgern der Stadt gegründet, ist Träger von stationären und ambulanten Gesundheitseinrichtungen sowie des Marienhospitals, das an zwei Standorten 575 Betten bereit hält und rund 1700 Menschen beschäftigt. Seit 1977 ist das Marienhospital zudem Uniklinik der Ruhr-Universität Bochum.

Der Partner wiederum, die St. Vincenz Gruppe Ruhr, brächte weitere Krankenhäuser und Fachkliniken in Herne und Witten mit über 1000 Betten rund 2300 Beschäftigten ein. Insgesamt wären fünf Krankenhäuser vor Ort unter dem Dach der neuen St. Elisabeth-Gruppe.

„Wir legen Wert darauf, dass die Selbstständigkeit der Einrichtungen erhalten bleibt“, betont Baumann gegenüber der WAZ. Ob an einzelnen Standorten aber Abteilungen geschlossen beziehungsweise zusammengelegt werden, stehe noch in den Sternen. „Das wollen wir langsam angehen“, so der Verwaltungsratschef.

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