Medizin

Marien Hospital Herne eröffnet neue Palliativstation

Auf der neuen Palliativstation des Marien Hospital Herne werden Patienten mit unheilbaren Krankheiten behandelt.

Auf der neuen Palliativstation des Marien Hospital Herne werden Patienten mit unheilbaren Krankheiten behandelt.

Foto: Jens Wolf / picture alliance / dpa

Herne.  Im Marien Hospital wurde eine neue Palliativstation eröffnet. Menschen mit unheilbaren Krankheiten können dort individuell behandelt werden.

Onkologen, Schmerzmediziner und Physiotherapeuten – sie alle arbeiten im Marien-Hospital Herne ab sofort noch enger zusammen. Auf der neuen Palliativstation bietet das Team aus verschiedenen Fachbereichen eine individuelle medizinische Versorgung für Patienten mit unheilbaren Krankheiten an.

„Unser Ziel ist es vor allem, die Patienten rehabilitativ zu versorgen und ihre Lebensqualität sichern “, sagt Dr. Axel Münker, Leitender Arzt der Abteilung für Schmerz- und Palliativmedizin. Anders als ein Hospiz ist die Palliativstation nicht immer die letzte Station der Patienten, sondern viel mehr eine Zwischenstation. „Menschen kommen zum Beispiel zu uns auf die Station, wenn sie durch eine Chemotherapie an körperliche und mentale Grenzen gestoßen sind“, erzählt der Chefarzt. Ziel sei es dann, dass die Patienten nach dem stationären Aufenthalt ihre Behandlung fortsetzen können. Circa 70 Prozent der Patienten werden wieder entlassen und zum Beispiel weiter zuhause ambulant versorgt.

30 Prozent der Patienten sterben auf der Palliativstation

Natürlich spielt auch der Tod auf der Palliativstation eine Rolle, ungefähr 30 Prozent der Patienten sterben auf der Palliativstation. „Ich glaube, wir haben hier eine andere gedankliche Auseinandersetzung mit dem Thema Tod als vielleicht andere Stationen eines Krankenhauses“, so Münker. „Wir beschäftigen uns sehr viel damit und haben dafür auch mehr Zeit als andere.“

Schon 2008 hat Dr. Axel Münker angefangen, die Palliativmedizin am Marien Hospital zu etablieren. Die Palliativstation ist nun eine Ergänzung zum bisherigen Angebot im Bereich der Schmerz- und Palliativmedizin. Die Station mit insgesamt acht Betten ist in einem eigenen Gebäudeteil untergebracht, so dass Besucher dort nicht einfach rein und raus laufen können. Es gibt außerdem einige Pläne, die Umgebung für die Patienten auf der Station noch angenehmer zu gestalten. „Wir wollen noch mehr Gruppenräume für die Patienten schaffen und auch einen Raum für eine Kunsttherapie“, sagt Dr. Axel Münker.

Team kümmert sich nach Aufenthalt um Weiterversorgung

Durch die neue Station konnte das Krankenhaus auch das Behandlungsangebot erweitern, neben Onkologen, Schmerzmedizinern und Physiotherapeuten gehören auch speziell ausgebildete Pflegekräfte, Psychoonkologen und Seelsorger zum Team. „Fachübergreifend führen wir täglich Visiten durch und stimmen die nächsten Behandlungsschritte individuell ab“, so Münker. Auch nach dem stationären Aufenthalt übernimmt das Team die Weiterversorgung, kümmert sich beispielsweise um die Beantragung einer Pflegestufe oder die Anleitung der Angehörigen.

250 Patienten pro Jahr hat das Marien Hospital Herne in den vergangenen Jahren in der Palliativmedizin behandelt. „Ungefähr diese Kapazität hat auch das Lukas-Hospiz“, sagt Münker. „Allerdings gibt es dort pro Jahr 1000 Anfragen.“ Daher könne man nur ein Viertel der Patienten im Hospiz aufnehmen, so der Chefarzt. Durch die Palliativstation habe man so auch die Möglichkeit, Notfällen eine Zwischenlösung zu bieten, bis ein Platz im Hospiz frei wird.

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