Cranger Kirmes

Kuttenverbot auf Cranger Kirmes: Rocker-Streit befürchtet

So dürfen die Bandidos nicht auf der Cranger Kirmes auftreten, das verbietet ein NRW-Gesetz. Anderen Gruppierungen hat das jetzt die Stadt Herne verboten.

So dürfen die Bandidos nicht auf der Cranger Kirmes auftreten, das verbietet ein NRW-Gesetz. Anderen Gruppierungen hat das jetzt die Stadt Herne verboten.

Foto: Marius Becker / dpa

Herne.  Auf der Cranger Kirmes dürfen Rocker nicht in ihren Kutten auftreten. Das hat die Stadt Herne entschieden. Sie befürchtet einen Rocker-Streit.

Wegen zunehmender Aggressionen zwischen verfeindeten Rocker-Gruppen hat die Stadt Herne für die Cranger Kirmes nach zweijähriger Pause erneut ein Kuttenverbot erlassen.

Das Verbot soll Provokationen und Ausschreitungen, sowie Revierkämpfe zwischen den rivalisierenden Gruppierungen während der Kirmes verhindern. Zuletzt hatte es immer wieder Gewalttaten und Provokationen im Rockermilieu gegeben.

Freeway Riders marschierten 2018 in Kutten über Cranger Kirmes

So war im vergangenen Jahr etwa eine 50-köpfige Gruppe der Freeway Riders in Kutten über die Kirmes marschiert und hatte sich bei Steinmeister’s niedergelassen. Die Polizei begleitete diesen Kirmesbesuch, auch weil dieser von den Bandidos nicht unbemerkt geblieben war, so heißt es von der Stadt.

Ebenfalls im August 2018 verletzten Bandido-Mitglieder Männer des Motorradclubs Living Dead in Herne in Höhe des Kulturzentrums schwer. Ein Mann wird wegen der Schwere seiner Verletzungen für immer auf Pflege angewiesen sein. Außerdem stahlen die Bandidos laut Polizei die Kutten ihrer Rivalen – eine gezielte Provokation.

Starke Besitzansprüche führt zu brutalen Kämpfen

„Die Bandidos vertreten bei uns starke Besitzansprüche“, sagt Eduard Belker, stellvertretender Fachbereichsleiter für Öffentliche Ordnung. Die Rocker der Bandidos Herne-West seien jüngst mit ihrem Clubheim an die Straße „Am Freibad“ etwa 800 Meter vom Kirmesplatz entfernt gezogen.

Nur knapp 1,6 Kilometer weiter liegt an der Rottstraße das Clubhaus der Bandidos Herne-East. „Wir befürchten nun Provokationen gegenüber anderen Gruppierungen, deshalb haben wir das Kuttenverbot während der Cranger Kirmes erlassen“, sagt Belker.

Bandidos dürfen nach NRW-Gesetz keine Kutten tragen

Den Bandidos selber ist seit März 2017 durch ein NRW-Gesetz das Tragen von Kutten verboten. Dieses Gesetz umfasst landesweit 48 Chapter oder Charter der verbotenen Rockergruppierungen Hells Angels MC, Red Devils MC, Bandidos MC, Chicanos MC, Diablos MC, Mongols MC, Gremium MC und X-Team. Insgesamt haben diese Gruppierungen in NRW rund 1500 Mitglieder. Weitere Gruppierungen fasst nun die Stadt Herne in ihrem Verbot für die Cranger Kirmes zusammen.

Demnach sind Kutten der Motorradclubs, aber auch bestimmte Zeichen wie etwa das „1%-Zeichen oder „Expect no mercy“ verboten. Mit dem Kuttenverbot möchte die Stadt Herne den Besuchern der Cranger Kirmes „ein angstfreies Besuchen“ ermöglichen, so heißt es.

Verbot gilt nur auf dem Gelände der Cranger Kirmes

Bei Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Motorradgruppen könnten schließlich auch Dritte „erheblich verletzt“ werden. Es gebe eine „hohe Wahrscheinlichkeit“, dass es aggressive Auseinandersetzungen gebe, wenn uniformierte Rivalen auf der Cranger Kirmes aufeinanderträfen.

Das Verbot, das die Stadt zusätzlich zum NRW-Gesetz erlassen hat, gilt nur während der Kirmeszeit und auf dem Gelände der Cranger Kirmes. Rockern der Bandidos MC, Hells Angels MC, Chicanos MC, Red Devils MC, Mongols MC, Gremium MC, Team X, Diablos MC, Satudarah Maluku MC und der Osmanen Germania BC ist es weiter grundsätzlich verboten öffentlich Abzeichen ihrer Vereinigungen zu tragen.

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