Ausstellung

Künstlerzeche verleiht den Förderpreis an Frederike de Graft

Die Kunststudentin Frederike de Graft zwischen Exponaten ihrer Ausstellung in der Künstlerzeche.

Die Kunststudentin Frederike de Graft zwischen Exponaten ihrer Ausstellung in der Künstlerzeche.

Foto: Rainer Raffalski

herne.   Die Studentin der Kunstakademie Münster zeigt in Unser Fritz Objekte und Zeichnungen. „Cloudy Homes And Empty Spaces" wird am Samstag eröffnet.

Zum sechsten Mal vergibt die Künstlerzeche ihren „Kunstförderpreis Junge Positionen“. In diesem Jahr hat sich die Jury für Frederike de Graft, Studentin der Kunstakademie Münster, entschieden. Sie nennt ihre Ausstellung „Cloudy Homes and Empty Spaces“ – neblige Häuser und leere Räume.

Filigrane Stahlkonstruktionen in der Weißkaue

Kommt man in die ehemalige Weißkaue, wird der Besucher von filigranen Stahlkonstruktionen empfangen. Schon auf den ersten Blick kann man sie als Spielgeräte erkennen, die in ihren Proportionen verkleinert sind. Da ist eine Rutsche, eine Schaukel, ein Klettergerüst. Frederike de Graft hat sie auf ihre äußeren Formen reduziert. Erst auf den zweiten Blick merkt man, dass immer irgendetwas fehlt. Da fehlt die Schaukel oder die Rutschfläche verdreht sich leicht. Spielen können Kinder damit nicht, die Geräte sind funktionslos.

„Ich bin mit meiner kleinen Tochter öfter auf Spielplätzen“, erklärt Frederike de Graft. Die Geräte haben sie zu ihren stilisierten Formen angeregt. „Es ist eher eine dreidimensionale Zeichnung im Raum.“ Ergänzt werden die Objekte durch Zeichnungen an den Wänden. Frederike de Graft zeigt auf ihnen sparsam auf ihre Umrisse reduzierte Menschen. Sie verharren meist in Posen, als spielten sie gerade mit den Geräten, die auf den Zeichnungen aber fehlen.

Häuser und deformierte Körper in der Schwarzkaue

Ganz anders geht es in der ehemaligen Schwarzkaue zu. Dunkle geometrische Formen sind vollständig mit Dachpappe überzogen. Da ragen Spitzen in die Höhe, die wie Dächer wirken. Das erinnert an kleine Häuser. Neben diesen Formen stehen weiße deformierte Körper. Schaut man genauer hin, könnten es ebenfalls einmal Häuser gewesen sein. „Der Raum hat mich zu der Arbeit angeregt“, erzählt Frederike de Graft. Sie hat gegen die architektonische Unruhe des Raumes klare Objekte gesetzt, zwischen denen man umhergehen kann und muss. „Hier ist eine Art kleine Stadt entstanden.“

Frederike de Graft hat sich durch alltägliche Dinge anregen lassen. Sie hat sie auf ihre abstrakten Formen reduziert. Ihr ist es damit gelungen, zwei sehr unterschiedliche Räume zu inszenieren. Einmal lassen die auf ihre Kanten reduzierten Objekte die scheinbare Leere des Raumes wirken. Auf der anderen Seite nehmen die Formen den Besucher fast gefangen.

Kunsthistoriker führt in die Ausstellung ein

Die Ausstellung „Cloudy Homes and Empty Spaces“ wird am Samstag um 17 Uhr eröffnet. Zur Einführung spricht der Kunsthistoriker Benedikt Fahrschon, Kunstakademie Münster. Die Band „Kein Talent, hässlich und überflüssig“ sorgt für den musikalischen Rahmen.

>>> ZUR PERSON

Frederike de Graft ist 1990 in Eckernförde geboren. Sie hat zunächst in Kiel Geschichtswissenschaften studiert und Kunst (Lehramt) an der Muthesius Kunsthochschule Kiel.

Von 2012 bis 2014 studierte sie Bildhauerei in Kiel. Seit 2014 ist sie an der Kunstakademie Münster, Schwerpunkt Freie Kunst. 2017 wurde sie Meisterschülerin. In diesem Jahr erhielt sie ein Atelierstipendium.

2016 hat Frederike de Graft an der Kuboshow in den Flottmann-Hallen teilgenommen.

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