Künstlerzeche

Künstlerin Angelika Rauf präsentiert ihre Werke in Herne

Angelika Rauf hat etwa eine Woche lang auf der zwei mal zehn Meter großen Papierbahn gezeichnet. Sie wird fast eine ganze Wand des Ausstellungsraumes in der Schau „Physische Zeichnungen“ füllen.

Foto: Rainer Raffalsk

Angelika Rauf hat etwa eine Woche lang auf der zwei mal zehn Meter großen Papierbahn gezeichnet. Sie wird fast eine ganze Wand des Ausstellungsraumes in der Schau „Physische Zeichnungen“ füllen. Foto: Rainer Raffalsk

Herne.   Angelika Rauf präsentiert ab Samstag ihre Arbeiten in der Künstlerzeche Unser Fritz. Dafür brauchte es ihren ganzen Körpereinsatz.

Noch liegt die große Zeichenbahn auf dem Boden des Ausstellungsraumes der Künstlerzeche. Rund eine Woche lang hat die diesjährige Preisträgerin des Kunstförderpreises „Junge Positionen NRW“, Angelika Rauf, auf der zwei mal zehn Meter großen Papierbahn gezeichnet. „Physische Zeichnungen“ nennt sie nicht nur ihre Ausstellung, sondern auch ihre Arbeitsweise.

„Normalerweise arbeite ich nicht auf so großen Blättern“, erklärt die Münsteraner Künstlerin. Aber für den Ausstellungsraum hat sie eine Papierbahn ausgesucht, die fast ganz eine der Wände des Raumes füllen wird. „Sie wird dann ein wenig vor der Wand schweben“, hofft sie.

Auf Papier gekniet und mit Händen gezeichnet

Ihre großen Arbeiten entstehen meist auf dem Boden. Und zwar mit vollem Körpereinsatz. „Ich habe auf dem Papier gekniet und immer mit beiden Händen gezeichnet“, erklärt sie. In unterschiedlichen Ebenen hat sie mit verschieden starken Grafitstiften immer wieder feine Linien neben- und übereinandergelegt. Viele dieser gestischen Schwünge lassen sich unter den vielen Grafitschichten noch ahnen. Andere verschwimmen zu unterschiedlichen Grauwerten. Erst nach einiger Zeit entdeckt der Besucher das kompositorische Gerüst, das der Zeichnung zugrunde liegt.

Von beiden Längsseiten her hat Angelika Rauf halbkreisartige Bögen nebeneinander gelegt. Dreieckartige Formen erstrecken sich zwischen den Bögen. Die Zeichnung verdichtet sich zur Mitte hin, um dort dann eine unbestimmte horizontale Linie fast weiß erscheinen zu lassen. Im Zentrum des Blattes erscheint eine Kreisform, um die sich alles zu drehen scheint. „Ich mag diese unterschiedlichen Ebenen, die sich in dem Blatt gebildet haben“, erzählt sie. Der Prozess des Zeichnens habe für sie schon fast etwas Meditatives, was sich auch ein wenig auf den Betrachter überträgt.

Kleine Zeichnungen in der Schwarzkaue

Als Ergänzung zeigt Angelika Rauf in der Schwarzkaue einige kleine Zeichnungen, die vielleicht ein wenig in der unruhigen Struktur der Wände untergehen. Entstanden sind sie während eines Stipendiums in Island in diesem Sommer. In ihnen hat sie mit dem Lineal schwarze feine Linien nebeneinandergesetzt, so dass sie fast geometrische Formen bilden. Sie überschneiden sich und schaffen in den Blättern unterschiedliche Grauwerte, die die regelmäßige Struktur der Linien ein wenig aufheben. In anderen Blättern entstehen mittels der Linien räumlich-perspektivische Strukturen.

Die Ausstellung „Physische Zeichnungen“ wird am morgigen Samstag um 17 Uhr eröffnet. Zur Einführung spricht der Kunsthistoriker Thomas Hensolt. Die Arbeiten in der Künstlerzeche (Zur Künstlerzeche 10) sind bis zum 5. November zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag 15 bis 18, Sonntag 14 bis 17 Uhr.

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