Lesung

Judith Jakob beeindruckt in Herne mit Hommage an Heine

Joachim Jezewski und Judith Jakob im Literaturhaus Herne.

Joachim Jezewski und Judith Jakob im Literaturhaus Herne.

Foto: Führlbeck

Herne.  Judith Jakob unternahm im Literaturhaus Herne einen packenden Streifzug durch Heinrich Heines Leben. Pianist Joachim Jezewski unterstützte sie.

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„Heinrich Heine – an einen politischen Dichter“ nennen Judith Jakob und Pianist Joachim Jezewski ihre musikalische Lesung, die das Leben des Dichters Heinrich Heine nachzeichnet, zu erleben am Donnerstagabend im Literaturhaus.

Eindringliche Lesung der Texte Heinrich Heines

Sehr eindringlich und lebendig rezitiert Judith Jakob literarische und persönliche Texte des Düsseldorfers, der lange Jahre im politischen Exil in Frankreich lebte. Seine unverhüllte Bewunderung für die französische Kultur und die Freiheit, die die französische Revolution den Bürgern gebracht hatte, kommt bereits zu Anfang in einem Text über die Bedeutung von Trommeln zum Ausdruck, die in präzisen staccati gespielte Marseillaise unterstreicht die Kraft und Leichtigkeit dieser Verse – Gegensätze, die Heine in seiner Sprachkunst souverän verbindet.

Melodien von Schubert und Schumann

Packend und eindrucksvoll trägt Judith Jakob diesen literarischen Streifzug durch Heines Leben vor, Melodien von Franz Schubert und Robert Schumann, aber auch eigene Kompositionen der beiden Künstler beschwören romantische Gefühlswelten herauf. Heines Suche nach seinem Platz im Leben, die mit einer kaufmännischen Ausbildung und der Jurisprudenz verlorene Lebenszeit, die Probleme mit der preußischen Zensur, die zu seinem Exil in Paris führten, spiegelt Judith Jakob in ausgewählten Texten wieder.

Funkelnder Spott in Briefen und Liedern

Ihre klare Stimme und markante Diktion lassen auch den bisweilen funkelnden Spott in Heines Briefen und Liedern unmittelbar lebendig werden, der jedoch schnell auch in tiefen Ernst umschlagen kann. Das zeigt sich in der Schilderung einer Begegnung Heines mit deutschen Auswanderern, die lieber die Heimat verlassen als in einer Revolution ihre Tyrannen zum Teufel zu jagen.

Doch auch für Momente des Innehaltens, des In-sich-selbst-Versinkens war Platz in dieser Lesung – und das trifft genau den Geist des Werkes von Heinrich Heine, dem letzten Dichter und gleichzeitig Überwinder der Romantik.

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