Kuboshow

Herner Kuboshow präsentierte Arbeiten von 100 Künstlern

Die Kuboshow bot neben vielen Gemälden auch zahlreiche Skulpturen.

Die Kuboshow bot neben vielen Gemälden auch zahlreiche Skulpturen.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.  Die Kunstbombe in den Herner Flottmann-Hallen hat am Wochenende genau 100 Künstlerinnen und Künstler präsentiert. Motto: Ich mach’ das jetzt so.

„Ich mach’ das jetzt so“, lautete in diesem Jahr das Motto der Kuboshow. Genau 100 Künstlerinnen und Künstler machten es so bei der Kunstmesse in den Flottmann-Hallen. Die WAZ hat vorbeigeschaut, wie genau sie es gemacht haben.

Sie haben gemalt, gezeichnet, fotografiert, gedruckt, geschnitzt und collagiert. Und sie stellen ihre Werke dem Publikum vor. Da gibt es kleine Drucke für rund 50 Euro. Für andere Werke muss man aber auch schon mal ein paar Tausender locker machen.

Rote Punkte signalisieren: Dieses Werk ist verkauft

Am Samstagmorgen sind die ehemaligen Industriehallen noch relativ leer. Da haben die Kunstinteressierten noch viel Platz für sich selbst und die Kunstwerke. Ein kleiner Dschungel aus rohen Stellwänden schafft viel Hängefläche für Bilder, immer wieder unterbrochen durch Skulpturen auf Sockel. Manchmal stellt man sich ganz unwillkürlich die Frage, ob man in dem Gang schon mal war. An vielen Werken kleben kleine rote Punkte. Das Zeichen dafür, dass am Freitagabend bei der Eröffnung schon einige Werke verkauft wurden. „Das lief schon ganz gut“, kommentiert Organisator Holger Wennrich im Vorbeigehen die ersten Verkäufe.

Da werden Fotoapparate und Smartphones gezückt. Da schaut man schon mal näher auf den Preis. „Aber wo sollen wir das hinhängen“, fragt ein älterer Herr seine Frau. „Ach, da finden wir schon einen Platz“, kommt als Antwort. Viele der Besucher sind nicht zum ersten Mal da. Aber auch einige der Künstlerinnen und Künstler haben einen Stammplatz. Da ist Roger Löcherbach mit seinen ausdrucksstarken Figuren aus Holz. Er bearbeitet seine Stämme grob und bemalt sie anschließend an bestimmten Stellen mit knalligen Farben. Oder Dirk Pleyer, der eine Wand mit seinen kleinen quadratischen Bildern füllt. Seine Arbeiten bewegen sich auf einem schmalen Grat zwischen Farbe und wiedererkennbaren Landschaftsformen.

Wenige Arbeiten mit politischen Aussagen

Auch Silke Krah war schon öfter dabei. In ihren Collagen nutzt sie Fotos aus Zeitungen und Zeitschriften, die sie verfremdet. So entstehen ironische Kommentare zur heutigen Gesellschaft. Sie ist eine der wenigen Künstlerinnen, deren Arbeiten deutlich politische Aussagen haben. Die meisten anderen Werke bleiben bei der Kunst. Da gibt es ganze Reihen an Porträts, Landschaften, Tieren, Menschen oder Stillleben. Meist sind sie eher naturalistisch gemalt oder sie geben die Wirklichkeit fotorealistisch mit allen Details genau wieder. Experimentelles findet man eher selten. Bei einigen Ausstellenden sind die Grenzen zwischen den Medien eher unbestimmt.

Jana Geilhof ist eine von ihnen. Ihre Ölbilder auf Papier wirken auf den ersten Blick wie Fotografien. Überraschend sind auch die Objekte von Kira Froese. Sie orientiert sich an alltäglichen Gebrauchsgegenständen und setzt mit wenigen Farben starke Akzente. Ganz aus dem Rahmen fallen die Bildobjekte von Cintia Hortolanyi. In ihren runden Bildern schafft sie mit Pigmenten, die sie mit Epoxydharz überzieht, poetische Werke. Nach und nach füllen sich die Hallen. Viele Besucher kommen zum Gucken.

Schau hat sich zur ernsthaften Kunstmesse entwickelt

Aber Holger Wennrich und seine Helfer können auch noch weitere rote Punkte kleben. Angefangen hat es vor über 20 Jahren, als Wennrich in den Flottmann-Hallen zum ersten Mal eine Messe für Junge Kunst organisierte. Waren die ersten Jahre oft ein wenig chaotisch, improvisiert und übervoll gehängt, wandelte sich die Schau zu einer ernsthaften Kunstmesse. Seit einigen Jahren ist sie nicht nur für Künstlerinnen und Künstler bis dreißig Jahren vorbehalten, wie zu den Anfängen. Den Schwerpunkt auf gegenständliche Malerei hat Holger Wennrich in all den Jahren aber nicht aufgegeben. Allein das macht sie jedes Jahr von neuen sehenswert.

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