Maria 2.0

Herner Kfd setzt sich für Frauenrechte in der Kirche ein

Auch im vergangenen Jahr haben die katholischen Frauen aus Herne am Muttertag ihren eigenen Gottesdienst veranstaltet.

Auch im vergangenen Jahr haben die katholischen Frauen aus Herne am Muttertag ihren eigenen Gottesdienst veranstaltet.

Foto: Kerstin Buchwieser / FUNKE Foto Services

Herne.  Gleichberechtigung in der katholischen Kirche – dafür setzt sich die kfd-Herne ein. Geplant ist in diesem Jahr wieder ein Protestgottesdienst

„Wir küssen unsere Kirche wach“ – unter diesem Motto steht die Aktion „Maria 2.0“, die mehr Gleichberechtigung in der katholischen Kirche fordert. Im vergangenen Jahr hat sich der kfd-Bezirk Herne mit einem Protestgottesdienst am Muttertag daran beteiligt. Auch in diesem Jahr soll wieder ein Gottesdienst stattfinden, diesmal sind alle katholischen Frauen aus Herne und Wanne aufgerufen, ihn mitzugestalten.

„Wir haben es geschafft, dass die Frauengemeinschaft so ein bisschen aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist und merkt, dass sich etwas ändern muss“, sagt Ulrike Renk von der kfd St. Marien. Sie hat die Aktion Maria 2.0 im vergangenen Jahr entdeckt und nach Herne gebracht. „Das ist eine Initiative aus Münster, mit der wir hier erst einmal nichts zu tun haben. Allerdings setzen wir uns mit der kfd ja schon Jahrzehnte für Frauenrechte ein, deshalb passt diese Aktion sehr gut zu uns.“ Die Aktion will eine Veränderung in der katholischen Kirche erreichen „geschlechtergerecht, menschenfreundliche, wahrhaftig & reformbereit“ das fordert Maria 2.0. Diese Forderungen haben beim kfd-Bezirk Herne direkt Anklang gefunden. „Die Strukturen in der katholischen Kirche sind einfach nicht mehr zeitgemäß, da herrscht ja noch eine Monarchie“, so Ulrike Renk. „Es ist höchste Zeit, dass auch Frauen Zugang zu allen Ämtern bekommen.“

Unterschriften gesammelt

Um das zu erreichen, hat die kfd im vergangenen Jahr zum Muttertag ihren eigenen Protestgottesdienst vor der St. Bonifatius Kirche in der Fußgängerzone gefeiert. „Das war eine ganz spontane Aktion. Ich war überrascht, dass trotzdem so viele da waren“, erzählt Ulrike Renk. „Wir haben uns vorher schon viele Gedanken gemacht. Auch, was unser Pastor dazu sagt.“ Doch die Sorgen waren völlig unbegründet, auch von den Geistlichen der Herner Gemeinden haben die Frauen im vergangenen Jahr viel Zuspruch für ihre Aktion bekommen. Und die war nur der Anfang: Die kfd hat eine ganze Aktionswoche zu dem Thema gestartet und dabei auch den Kardinal Reinhard Marx als Unterstützer gewonnen. Auch in Herne ging das Engagement weiter: „Wir haben noch bis Ende des Jahres Unterschriften gesammelt, für eine geschlechtergerechte Kirche“, erzählt Ulrike Renk. Insgesamt sind in den kfd-Bezirken über 100.000 Unterschriften zusammengekommen. Die sollen im März der Deutschen Bischofskonferenz übergeben werden.

Um auch in diesem Jahr das Thema in Herne nicht aus den Augen zu verlieren, soll wieder zum Muttertag, am 10. Mai, ein Protestgottesdienst stattfinden. „Bisher haben wir noch keine konkreten Pläne, wir laden aber jeden ein, sich an der Planung zu beteiligen“, sagt Ulrike Renk. Am Dienstag, 21. Januar, veranstaltet sie deshalb ein Vorbereitungstreffen im Gemeindehaus St. Marien. Jeder, der die katholische Kirche ein Stück weiter in Richtung Reform voranbringen will, ist herzlich willkommen. „Es ist ein langer Weg, bis sich in der katholischen Kirche etwas ändern wird“, sagt Ulrike Renk. „Aber ich habe die Hoffnung, dass wir etwas bewegen können. Manches braucht einfach viel Zeit.“

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