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Herner Band Devo-tion tritt bei Festival in Cleveland auf

Devo-tion bei der 80er-Jahre-Party im Schnittpunkt.

Devo-tion bei der 80er-Jahre-Party im Schnittpunkt.

Foto: Rainer Raffalski

Herne.   Dirk und Bernd Faust und Lars Kauter fliegen zum Konzert der Devo-Coverbands in die USA. Sebastian Kirch begleitet sie und dreht einen Film.

Ihr fortgeschrittenes Alter und ihre seriösen beruflichen Existenzen halten die drei Musiker nicht davon ab, sich regelmäßig kleine Verrücktheiten zu gönnen. 2016 spendierten sie ihren Besuchern am Heisterkamp je fünf Euro, im letzten Jahr erfüllte sich die Band den Herzenswunsch, einmal bei „Bochum total“ zu spielen. Dieses Jahr legen die Zwillinge Bernd und Dirk Faust und Lars Kauter nach: Am Dienstag starten Devo-tion zu einem fünftägigen Trip in die USA. Ihr Ziel ist das Devo-Tribute-Festival „Devotional“ in Ohio/Cleveland. Nächsten Samstag stehen sie dort um 20.30 Uhr auf der Bühne.

Schräge New-Wave-Band als Vorbild

„Die fanden das gut, dass eine Band von einem anderen Kontinent kommt“, kommentiert Gitarrist Lars Kauter die Einladung, die einem Mailwechsel mit den Veranstaltern folgte. Über den Musikjournalisten Marcel Anders, einen Freund von Kauter, hatte die Herner Band von dem Festival gehört. Die Veranstaltung bringt alljährlich nicht nur mehrere hundert Fans, sondern auch Musiker zusammen, die dem Geist der 1972 in Akron gegründeten Band Devo huldigen.

Die New-Wave-Combo machte vor allem in den 80er-Jahren durch schrägen Elektronik-Pop und ungewöhnliche Kostümierung von sich reden. Der Herner Ableger Devo-tion wandelt, auch outfitmäßig, seit drei Jahren auf Devos Spuren. „Gerald Casale, einer der Mitbegründer, ist auch beim Festival dabei“, freut sich Bernd Faust. „Er wird an dem Samstag 70.“ Ein Auftritt der noch gelegentlich tourenden Band ist zwar nicht geplant, stattdessen werde Casale wohl als Gast bei einigen Bands mitspielen.

Globus-Kugeln als Kopfbedeckung im Gepäck

Noch ein paar Durchläufe im Proberaum von „König Ludwig“ in Recklinghausen, und dann packen die drei 48-Jährigen - im echten Leben Finanzbuchhalter und Lehrer - ihre Koffer. Gitarre und die zerlegten E-Drums müssen mit, ein Mini-Keyboard und zwei iPads - und für alle Fälle ein Lötkolben, falls es mal was zu reparieren gibt. Die Globus-kugeln für den Kopf gehören ebenfalls zum Equipment. „13, 14 Songs“ aus den 80er-Jahren und später wollen sie bei ihrem einstündigen Auftritt spielen. Mit Ausschlafen wird es am nächsten Morgen leider nichts: Lars Kauter hat sich breitschlagen lassen, bei einem Fünf-Kilometer-Charity-Lauf in Akron zu starten - er beginnt um 9 Uhr.

Insgesamt kein preiswertes Vergnügen, geben dir drei seufzend zu. Doch es sei „reizvoll, andere Verrückte anzutreffen“, so Dirk Faust. Und wenn dann noch ein Film dabei herauskommt - siehe Text links - und die Radioreportage, die Musikjournalist Marcel Anders vor Ort plant, hat sich die „selbst finanzierte Kulturaktion“ schon gelohnt.

>>> VIDEOFILMER REIST MIT

Der Herner Fotograf und Videofilmer Sebastian Kirch (29) wird die Band in die USA begleiten. Über Lars Kauters Band Fake that hat er bereits einen Film gedreht, ebenso über den Circus Schnick-Schnack und andere Herner Kulturschaffende und Kulturevents wie das Nighlight-Dinner.

„Ich reise super gerne und habe gerade Urlaub“, freut er sich über das Angebot der Band. Sie übernimmt Flug und Unterkunft, Sebastian Kirch bleibt nach dem Festival noch, um Freunde in den USA zu besuchen.

„Eine halbe bis eine Stunde“ lang soll sein Video werden, stellt er sich vor. Zum Hauptfilm will er kleinere Backstage-Geschichten drehen. Das Projekt soll auf Instagram dokumentiert werden: @momenteffekt.

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