Zuwanderung

Flüchtlings-App bietet in Herne Orientierung im Alltag

Sie präsentierten die App: (v.l.) Corinna Dähne, Dezernentin Gudrun Thierhoff, App-Entwickler Daniel Kehne und Safaa Bouchara (v.l.).

Sie präsentierten die App: (v.l.) Corinna Dähne, Dezernentin Gudrun Thierhoff, App-Entwickler Daniel Kehne und Safaa Bouchara (v.l.).

Herne.   Herne hat einen digitalen Wegweiser für Flüchtlinge und Zuwanderer aufgelegt. Die kostenlose App bietet Orientierung im Alltag.

Wo kann ich Deutsch lernen? Was muss ich tun, wenn ich krank werde? Wie erhalte ich eine Arbeitserlaubnis? Wo finde ich die wichtigsten Anlaufstellen? Wie steht es in Deutschland um Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung? Auf diese und alle weiteren relevanten Fragen für Flüchtlinge und Zugewanderte gibt es in Herne ab sofort eine schnelle Antwort: Die App „Integreat“ soll als digitaler Wegeweiser neu ankommenden Menschen Orientierung geben und sie durch den Alltag lotsen.

Nach achtmonatigem Vorlauf im städtischen Projektbüro „Integration von Neuzugewanderten“ ist der mobile Guide nun verfügbar – so wie bereits seit Februar 2017 in Bochum und bundesweit in mittlerweile 40 Kommunen. Die in sechs Sprachen - Deutsch, Englisch, Bulgarisch, Rumänisch, Arabisch, Farsi – verfügbare App kann an einem Hotspot kostenlos heruntergeladen und anschließend offline genutzt werden. Doch auch über Google seien alle Stichwörter der Zusammenstellung in der jeweiligen Landessprache zu finden, betont Daniel Kehne (27) am Montag im Rathaus Herne.

Lob von Bildungsdezernentin Gudrun Thierhoff

Der Augsburger und Mitstreiter haben die Service-App 2015 noch während ihres Studiums entwickelt. „Eigentlich wollten wir nur eine Flüchtlingsbroschüre digitalisieren“, sagt Kehne. Sie hätten aber schnell bemerkt, dass es in allen Städten Bedarf gebe. Nach der Entwicklung der App gründeten Kehne & Co. 2016 die gemeinnützige Gesellschaft „Tür an Tür Digital Factory“. 25 ehren- und zehn hauptamtliche Mitarbeiter steuern mittlerweile die Einführung und Aktualisierung der mehrfach preisgekrönten App in Kommunen.

„Ein praktischeres Angebot kann ich mir nicht vorstellen - und das zu diesem günstigen Preis“, lobt Bildungsdezernentin Gudrun Thierhoff den digitalen Wegweiser. Rund 13 000 Euro aus Fördermitteln hat Herne bisher in die Umsetzung sowie die Schulung von Mitarbeitern - die App soll ständig aktualisiert werden - investiert. Für die nächsten zwei Jahre fallen zusätzlich monatliche Kosten in Höhe von 250 Euro an. An der Umsetzung beteiligt war auch die städtische Integrationslotsin Safaa Bouchara. Die Sozialarbeiterin ist vor zwölf Jahren fürs Studium nach Deutschland gekommen. „Eine solche App hätte ich mir damals auch gewünscht“, sagt sie.


>> WEITERE INFORMATIONEN: Die App

Sieben Rubriken gibt es auf der Flüchtlings-App. Und zwar: Ankommen in Herne, Basiswissen Deutschland, Gesundheit, Familie und Bildung, Deutsch lernen, Arbeit, Ausbildung/Studium sowie Leben und Alltag.

In NRW ist Herne die mittlerweile zehnte Kommune, die den digitalen Wegweiser „Integreat“ einführt.

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