Cranger Kirmes

Ein Grabfeld allein für Schausteller an der Cranger Kirche

Direkt neben der Cranger Kirche soll die Begräbnisstätte für verstorbene Schausteller entstehen, erläuterten (v.l.) Pfarrer Günter Mattner, Alfred Steinmacher, Albert Ritter, Sascha Fox und Kirchmeister Horst-Dieter Fröhling.

Direkt neben der Cranger Kirche soll die Begräbnisstätte für verstorbene Schausteller entstehen, erläuterten (v.l.) Pfarrer Günter Mattner, Alfred Steinmacher, Albert Ritter, Sascha Fox und Kirchmeister Horst-Dieter Fröhling.

Foto: Michael Korte

Herne.   Eine letzte Ruhestätte soll es auf dem Friedhof an der Cranger Kirche geben. Auf dem Areal soll noch eine Skulptur ihren Platz finden.

Schon von Kindesbeinen an gehört die Cranger Kirmes zu seinem Leben, und als Schausteller hat Albert Ritter wohl noch kein Jahr auf dem Rummel verpasst. Bei den Aufenthalten fiel der Blick auch stets auf die Cranger Kirche und den Friedhof, betont Präsident des Deutschen Schaustellerbundes.

Eines Tages kam er auf die Idee, ob sich der Ort nicht auch für ein Grabfeld eignen würde, das Schaustellern vorbehalten bleibt. Der Vorschlag fand großes Wohlwollen in der Evangelischen Kirchengemeinde Crange-Wanne, berichtet Pfarrer Günter Mattner bei der Vorstellung des Vorhabens, schließlich fühlen sich die Menschen in Crange dem jahrhundertealten Volksfest eng verbunden und damit auch den Schaustellern, ergänzte der Seelsorger.

Deutschlandweit entsteht der erste Friedhof für Schaustellerfamilien in Crange

Das Presbyterium, der Vorstand der Gemeinde, habe den Plänen zugestimmt. „Damit entsteht in Crange deutschlandweit das erste Grabfeld, das als letzte Ruhestätte für Verstorbene aus Schaustellerfamilien vorgesehen ist“, hob Ritter hervor.

In Herford oder Düsseldorf gebe es zwar Friedhöfe, auf denen aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Wohnortes eine Vielzahl an Schaustellern bestattet seien, aber ein solches Feld, wie es jetzt an der Cranger Kirche angelegt werde, gebe es sonst an keinem anderen Ort der Republik.

Bestattung in Urne oder Sarg

Das Grabfeld soll grundsätzlich allen Schaustellerfamilien vorbehalten sein, betonen sowohl Ritter als auch Mattner. Voraussichtlich werde es vor allem für die Familien in Betracht kommen, die aus dem Ruhrgebiet stammen.

Alfred Steinmacher, Chef des gleichnamigen Betriebes für Garten- und Landschaftsbau, und der Fachbereichsleiter im Unternehmen, Sascha Fox, haben bereits Entwürfe für die Gestaltung entwickelt. Insgesamt sind 14 Erdbestattungs-Grabstellen für je zwei Särge vorgesehen. Zudem sind 15 Plätze für Urnenbeisetzung möglich.

Christlicher Ursprung

Vorgesehen ist zudem, eine Skulptur oder einen Gedenkstein auf dem Areal aufzustellen, das direkt neben dem Eingang zur Cranger Kirche liegt. Mit welchen Motiven man bei einem Kunstobjekt für das Grabfeld arbeite, sei noch nicht geklärt, meinte Steinmacher.

„Ein Karussellgeschäft würde sich anbieten oder wenn man speziell an Crange denkt, käme auch ein Kirmespferd in Betracht“, erklärte Ritter und ergänzte: „Ein Pferd wäre auch deshalb passend, weil es auch zum Wappen der Stadt und dem Logo des Stadtmarketings gehört“.

Kirche und Kirmes haben, wie Ritter hervorhebt, schon seit jeher enge Verbindungen. „Kirmes ist nichts anderes als eine Abkürzung für Kirchweihfest. Somit haben viele Volksfeste christliche Ursprünge“.

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