Film

„Catching Glimpse“: Mirko Witzki aus Herne vor der Premiere

Lian und Avaleen lassen in „Catching Glimpse“ den Blick über das Ruhrgebiet schweifen. Foto:Christian Ripken

Lian und Avaleen lassen in „Catching Glimpse“ den Blick über das Ruhrgebiet schweifen. Foto:Christian Ripken

herne.   Der Filmemacher (29) Mirko Witzki zeigt in Buer seinen ersten Kurzfilm. Die tragische Liebesgeschichte wurde in Herne und Umgebung gedreht.

Mit Musikvideos ist Mirko Witzki gut im Geschäft. Über 100 Filme hat er gedreht, vor allem für Heavy Metal-Bands. In seinem ersten Kurzfilm zeigt sich der 29-jährige Filmemacher aus Wanne-Eickel jetzt von seiner gefühlvollen Seite. „Catching Glimpse“ hat am Samstag in der Schauburg in Gelsenkirchen-Buer Premiere - eine dramatische Liebesgeschichte um Lian und Avaleen, deren Glück nicht lange halten soll.

Glück mit Avaleen ist nicht von Dauer

Der Inhalt in Kürze: Lian glaubt, alles verloren zu haben. Nach dem Tod seines Vaters lebt er emotionslos vor sich hin. Auch seine Freunde können daran nichts ändern. Dann taucht wie aus dem Nichts die Kellnerin Avaleen auf. Sie schafft es, Lian wieder glücklich zu machen, doch dann ziehen dunkle Wolken auf ...

Fast anderthalb Jahre sind vergangen, seit Mirko Witzki die romantisch-tragische Geschichte in Herne und Umgebung gedreht hat, am Rhein-Herne-Kanal, auf der Halde Hoheward, in einem Café in Gladbeck, in einer Gelsenkirchener Wohnung. Fünf Schauspieler waren beteiligt, neben den Hauptdarstellern Michael Glantschnig und Lena Conzendorf auch in einer Nebenrolle der Herner Tobias Weichert, bekannt als Vorsitzender des Theaters Fidele Horst, sowie weitere 17 Mitarbeiter in der Produktion.

Film hat insgesamt 15.000 Euro gekostet

15.000 Euro hat der Film gekostet. Etwa ein Drittel kam über eine Crowdfunding-Kampagne zusammen, außerdem stiegen das Musiklabel Kursaal und die Gelsenkirchener Sparkasse ein, den Rest steuerte Witzki bei: „Es war mir wichtig, die Leute zu bezahlen“, sagt er. Sechs Tage wurde im September 2017 gedreht, und sogar das Wetter stimmte: „Auf der Halde hatten wir einen prächtigen Sonnentag, wie ich ihn mir im Skript vorgestellt hatte.“ 2018 sollte der Film fertig sein, aber die Post-Produktion zog sich: Schnitt, Soundtrack und Sounddesign kosteten Zeit, die sich Witzki dann auch nahm, denn „Catching Glimpse“, die Geschichte von dem einen lebensverändernden Moment, war zugleich Abschlussarbeit seines Film-Studiums in Dortmund. Im Januar 2019 war es soweit: der Film fertig und die Masterprüfung mit Note 1,4 bestanden.

Film auf 30 Festivals eingereicht

Schon vor seiner Premiere hat Mirko Witzki seinen Film auf 30 Festivals eingereicht. Ein gängiger Weg, einen Film zu präsentieren, der mit 25 Minuten Länge zu kurz ist für das Hauptprogramm der Kinos. „Bisher ist er bei fünf Festivals in der ,official selection’“, freut sich Witzki, sogar beim Dumbo Film Festival in New York. Beim Berlin Underground Film Festival hat er jetzt schon den Titel „Bester Soundtrack“ gewonnen. Der Film soll das ganze Jahr unterwegs sein, als Aushängeschild für den Filmemacher, der damit seine Visitenkarte abgibt für größere Produktionen. „Damit Sponsoren investieren, ist es wichtig, gute Referenzen auf Filmfestivals zu bekommen.“

Mit seinem nächsten Film wagt sich Mirko Witzki dann in die Spielfilmlänge vor. „Ein Drama-Thriller“, verrät er, „düsterer als ,Catching Glimpse’“. Das Skript ist bereits in Arbeit.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben