Die von „Herne hilft“ gesetzte Frist zur Beantragung finanzieller Mittel aus dem Stärkungspakt NRW läuft am Freitag, 24. November, ab. Der Verein zieht kurz vor Ende der Aktion für einkommensschwache Menschen eine positive Bilanz: Mehr als 400 Hernerinnen und Hernern konnte bislang geholfen werden.

Aus zwei Gründen sei beschlossen worden, Anträge nur noch bis zum 24. November anzunehmen, berichtet „Herne hilft“ in einer Pressemitteilung. Zum einen seien die von der Stadt zugewiesenen Mittel in Höhe von 500.000 Euro ausgegeben bzw. fast komplett verplant, zum anderen müsse der Verein die vorgegebenen Fristen für die Abrechnungen einhalten. Auskunft zur noch kurzfristigen Antragsstellung erteilt Vereinsvorsitzender (und Altbürgermeister) Erich Leichner persönlich noch bis Donnerstag, 23. November, werktags in der Zeit von 10 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 02323 491999.

Erich Leichner, Vorsitzender des Vereins „Herne hilft“, führt die Beratungen persönlich durch.
Erich Leichner, Vorsitzender des Vereins „Herne hilft“, führt die Beratungen persönlich durch.© FUNKE Foto Services | Sebastian Sternemann

Trotz der großen zeitlichen Belastung zog der Vorstand eine positive Bilanz. „Seit April wurden verschiedene Hilfsmöglichkeiten angeboten, um einkommensschwachen Familien und Einzelpersonen konkret und unbürokratisch zu helfen“, heißt es. Dies sei in enger Zusammenarbeit mit der Stadt und vielen Herner Vereinen und Verbänden aus unterschiedlichen sozialen Bereichen geschehen.

So hätten Personen mit geringem Einkommen zum Beispiel bei drohendem Wohnungsverlust, bei drohender Strom- oder Energiesperre oder für Hilfen in besonderen Notlagen einen Antrag auf Hilfe stellen können. „Dieses taten weit über 400 Haushalte“, so Leichner. Knapp 50 Anträge hätten aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt werden müssen. Hauptgründe seien die Zuständigkeit des Jobcenters, das zu hohe Familieneinkommen oder die fehlende Rückmeldung nach dem Erstgespräch gewesen.

+++ Nachrichten aus Herne – Lesen Sie auch: +++

„Helfen konnte der Verein dabei, dass fast 250 Strom- und Energiesperren aufgehoben oder nicht durchgeführt wurden und dass in fast 90 Fällen eine Räumung oder die fristlose Kündigung der Wohnung vermieden werde konnte“, heißt es weiter. In über 30 Fällen seien Hilfen bei Nebenkostenabrechnungen erfolgt, und in fast genauso vielen Fällen seien Hilfen bei Ersatzbeschaffungen geleistet worden. Die Höhe der durchschnittlichen Hilfe habe bei etwa 1300 Euro pro Haushalt gelegen.

Zwei Drittel der Antragsteller hätten zum Zeitpunkt der Antragstellung keinerlei staatliche Leistungen bezogen, davon sei über die Hälfte im Niedriglohnsektor beschäftigt. „Die andere Hälfte bekam Rente, Arbeitslosen- oder Krankengeld, war in Ausbildung oder im Studium oder hatte gar kein Einkommen, weil zum Beispiel gestellte Anträge aus den unterschiedlichsten Gründen noch nicht abschließend bearbeitet waren“, betont „Herne hilft“. Und: „Ein Drittel der Antragsteller erhielten Leistungen der Grundsicherung, davon der überwiegende Teil als Ergänzung zu anderem Einkommen wie Arbeit, Rente, Kranken-, Arbeitslosen- oder Elterngeld.“

Herne hatte im Frühjahr 2023 aus dem Stärkungspakt NRW insgesamt 2 Millionen Euro für einkommensschwache Menschen und weitere soziale Zwecke erhalten. Rund 220.000 Euro muss die Stadt jedoch nun ans Land zurückzahlen, weil sie dafür keine den Richtlinien entsprechende Verwendung gefunden hat. Der Vorwurf in Richtung Düsseldorf: Die bürokratischen Hürden seien zu hoch. Eine Übertragung der Mittel in das kommende Jahr lehnte das Land ab.