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Wie Computer immer rascher Entwicklungen vorhersagen können

rof. Jörg Frochte (von links), Prof. Hanno Gottschalk und Prof. Ing. Anton Kummert (beide Bergische Universität Wuppertal) stehen vor dem neuen Großrechner am Campus

Foto: Alexandra Roth

rof. Jörg Frochte (von links), Prof. Hanno Gottschalk und Prof. Ing. Anton Kummert (beide Bergische Universität Wuppertal) stehen vor dem neuen Großrechner am Campus

Heiligenhaus.   Am Campus beschäftigte sich ein Thementag mit der Zukunft der regionalen Wirtschaft. Im Fokus stand unter anderem maschinelles Lernen.

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Furchtbar häufig macht man sich als Technik-Laie nicht gerade Gedanken, wie künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen die Wirtschaft und Produktion nachhaltig verändern. Das sieht am Campus Velbert/Heiligenhaus der Hochschule Bochum sowie bei Unternehmen anders aus. Aus diesem Grund hat der Campus am Freitag einen Thementag zur Zukunft der regionalen Wirtschaft veranstaltet – eben mit dem Ausgenmerk auf künstliche Intelligenz und sich selbstständig weiterentwickelnde Systeme. Es kamen viele Vertreter von Firmen und aus der Wissenschaft.

Computer erkennen selbstständig immer mehr

Dabei gab es sowohl Fachvorträge als auch Workshops. Erster Redner war Prof. Dr. Jörg Frochte vom Campus, der auch die Wichtigkeit des Themas unterstrich: „In einer Welt mit wenigen Daten kommen wir mit den bisherigen Vorhersagemodellen aus“, sagte er. Doch dies ändere sich, Computerprogramme müssten und würden immer mehr auch Prognosen zu bestimmten Entwicklungen machen.

Wie das geht erläutert Frochte – vereinfacht – wie folgt: Gebe man einem geeigneten Computer Informationen in Form von Bild, Sprache und Text beispielsweise zu einem Hund, dann lerne der Rechner selbstständig immer schneller, was ein Hund macht – und kann diesen erkennen und gegebenenfalls Verhaltenmuster vorhersagen.

Großer Nutzen für Industrie und Wirtschaft

Ähnlich funktioniere dies in Industrie und Wirtschaft: Dann könne ein Computerprogramm etwa bei einer Maschine schon im Voraus ersehen, ob diese bald kaputt gehe. „Es kann dann zum Beispiel anhand eines welligen Verlaufs erkennen, ob die Maschine in einem bestimmten Zeitablauf versagt“, so der Professor. Und: Je mehr Daten ein leistungsstarker Rechner „gefüttert“ bekomme, umso schneller lerne er selbstständig und sehe, welche Merkmale wichtig seien. Dies seien wertvolle Informationen für Firmen. „Je schneller diese auf Zyklen oder auch Marktveränderungen regieren können, umso besser.“

Ohne Kontrolle der Informationen geht es nicht

Ohne Kontrolle geht das Ganze aber nicht: So müsse man auch vorsichtig sein, welche Informationen dem Computer zur Verfügung gestellt würden. „Sonst kann er Unsinn machen“, erläutert Frochte und gibt dafür ein humoriges Beispiel: „Ich will ja auch nicht, dass mein Kühlschrank beispielsweise mit mir meckert, wenn ich ihn nicht genug putze.“

Auch Thementag-Besucher Oliver Müller von der mittelständischen Velberter Firma Huf weiß um die Wichtigkeit maschinellen Lernens. „Das wird immer wichtiger etwa bei Preiskalkulationsverfahren“, schildert der Software-Entwickler. Er ziehe auch viele Anregungen aus den Vorträgen und Workshops, meint Müller weiter. Dabei erkennt er auch Grenzen: „Ich muss dann zum Beispiel unserem Entwicklungsleiter erklären, was geht und was nicht.“ Schließlich habe sein Unternehmen nicht 800 Leute, die Informationen markierten.

>>>ZWEI HOCHSCHULEN ARBEITEN ZUSAMMEN

  • Bei dem Thementag handelt es sich um eine Kooperation zwischen dem Campus Velbert/Heiligenhaus der Hochschule Bochum sowie der Bergischen Universität Wuppertal. Beide Einrichtungen arbeiten auch sonst u.a. auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens eng zusammen.


  • „Das ist eine Kooperation für den bergischen Raum“, so Prof. Dr. Jörg Frochte vom Campus.

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