Medizin

Toter Fuchs in Heiligenhaus mit Staupe-Virus infiziert

Tierärztin Dr. Silke Scholkmann aus Velbert beruhigt: Wer seinen Hund regelmäßig impfen lässt, braucht keine Angst haben.

Tierärztin Dr. Silke Scholkmann aus Velbert beruhigt: Wer seinen Hund regelmäßig impfen lässt, braucht keine Angst haben.

Foto: Alexandra Roth

Heiligenhaus.   Kreis Mettmann bestätigt ersten Fall. Tierärztin Silke Scholkmann erklärt, was es für eine Krankheit ist und wie man seinen Hund schützen kann.

In Heiligenhaus ist ein Fuchs mit dem Staupe-Virus infiziert und tot aufgefunden worden. Das teilt das Veterinäramt des Kreises Mettmann mit. Bereits vor einigen Wochen war ein erster Fall von Staupe im Kreis Viersen bestätigt worden. Um was genau es sich bei dem Virus handelt und wie man seinen Hund dagegen schützen kann, verrät die Velberter Tierärztin Dr. Silke Scholkmann im Gespräch mit WAZ-Redakteurin Katrin Schmidt.

Wie gefährlich ist Staupe und welche Tiere können sich anstecken?

Staupe ist eine Viruserkrankung, die nur bei Hunden und Hundeartigen wie Füchsen und Wölfen auftritt, Frettchen und Waschbären können sich ebenfalls anstecken. Menschen und Katzen sind nicht gefährdet. Diese Krankheit ist schon seit vielen Jahrzehnten bekannt, konnte aber in Deutschland durch regelmäßige Impfungen stark eingedämmt werden. Immer wieder kommt es jedoch zum Ausbruch der Erkrankung, weil nicht geimpfte Welpen aus osteuropäischen Staaten von unseriösen Hundehändlern nach Deutschland gebracht werden.

Wie erfolgt die Übertragung?

Eine Ansteckung kann durch direkten Kontakt mit einem erkrankten Tier, aber auch durch kontaminierte Gegenstände wie Schuhe und Kleidung, Gras und Laub erfolgen.

Ist die Krankheit tödlich?

Es gibt unterschiedliche schwere Verlaufsformen, abhängig von Alter und Immunstatus des Hundes. Junge Hunde unter sechs Monaten sind in der Regel wesentlich schwerer betroffen. Erkrankte Tiere müssen sofort intensivmedizinisch versorgt werden. Schwer erkrankte Patienten versterben häufig trotz intensiver Therapie. Nach überstandener Erkrankung können Muskelzuckungen, der sogenannte Staupe-Tick, und übermäßige Verhornung der Ballen oder der Nase zurückbleiben.

Reicht eine normale Impfung, die man regelmäßig machen sollte, oder gibt es Akutimpfungen?

Einen sicheren Schutz vor der Erkrankung bietet eine Impfung, die bei jedem Hund im Alter von 8, 12 und 16 Wochen und dann im Abstand von drei Jahren durchgeführt werden sollte. Ist ein Hund regelmäßig geimpft, muss der Besitzer keine Angst vor einer Infektion haben. In der regulären, vom Tierarzt regelmäßig durchgeführten Mehrfachimpfung, ist eine Staupekomponente enthalten und der Hund muss bei einem Staupeausbruch nicht gesondert geimpft werden.

Es gibt ja viele Menschen, die generell skeptisch sind, was das Thema Impfen angeht. Was sollte man jedoch objektiv machen?

Leider ist es in den letzten Jahren zu einer nachlassenden Impfmoral gekommen, häufig aus Sorge um Nebenwirkungen oder Spätfolgen von Impfungen. Diese muss man jedoch gegen die Gefahr von häufig tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten bei nicht-geimpften Hunden abwägen. Zu einer konsequenten Impfung gibt es keine Alternative.

>>> FÜR DEN MENSCHEN NICHT GEFÄHRLICH

  • Bei einem in einem Waldgebiet in Heiligenhaus gefundenen toten Fuchs ist Staupe nachgewiesen worden. Das Veterinäramt des Kreises mahnt deshalb alle Hundebesitzer zur Vorsicht.
  • Die hochansteckende Krankheit verläuft bei vielen Tieren, insbesondere bei Hunden häufig tödlich. Die Übertragung erfolgt durch Speichel, Kot, Urin, Nasen- und Augensekret infizierter Tiere.

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