Kinder bringen Momo auf die Club-Bühne

Beim letzten Aufwärmen bekommen sie alle noch schnell einen kleinen Glücksbringer in die schwitzigen Hände gedrückt. Es ist eine Zeitblume, ein Motiv aus dem Stück Momo. Die aufgeregten 15 Schüler der Grundschule Schulstraße präsentierten am Mittwochabend auf der Bühne des Clubs Michael Endes bekanntestes Werk. Unterstützt wurden sie von ihren Eltern und der Theatergruppe „Zwar verspielt“ aus Heiligenhaus.

Unter der Leitung von Sabine Wybranietz, Grundschullehrerin und Mitglied der Theatergruppe, proben die Drittklässler bereits seit dem Sommer, in der finalen Phase dreimal pro Woche. Für die Kinder hat es sich jedoch angefühlt, als seien es nur ein bis zwei Wochen gewesen. „Es hat riesigen Spaß gemacht, ich würde jederzeit nochmal mitmachen“, zeigt sich Rudina (8) begeistert. Sie und ihre Schauspielkollegen haben alle einen Migrationshintergrund, Deutsch ist ihre Zweitsprache.

Durch das Schauspielern festigen sie ihre Kenntnisse und wollen ihren Familien im Publikum eine Freude breiten. „Meine Mama weiß gar nicht, dass ich gleich auch auf der Bühne stehen werde“, flüstert Elona (8). Die Idee für das Stück kam auf im Rahmen des 125-jährigen Jubiläums der Grundschule Schulstraße, welches unter dem Motto „Schule im Wandel der Zeit“ stand. „Deswegen eignete sich Momo so gut. Da ist die Zeit ein wichtiger Aspekt, der heute noch präsenter ist als damals“, erklärt Wybranietz.

Allmählich füllt sich der Saal, die Darsteller werden nervös, hinter der Bühne laufen die letzten Vorbereitungen. Dann geht es endlich los. Neben dem selbstgebastelten Bühnenbild überzeugen vor allem die Kinder. Sie beschweren sich über gestresste Eltern und demonstrieren für mehr Zeit. Doch es gibt auch lustige Szenen, die dem Publikum ein Lächeln auf die Lippen zaubern. So tänzelt Maria Fusi (12) als Friseuse frohlockend durch den Salon und verpasst ihren Kunden teils knallgrüne Haare. Immer wieder erfüllt Gekicher den Saal. Die kleinen Nachwuchstalente haben jede Menge Spaß an der Sache. Neben all der Freude spielen sie aber vor allem fabelhaftes Theater mit kritischen Inhalten. Das Publikum ist begeistert. Und bestimmt nicht nur, weil es die eigenen Kinder auf der Bühne sind.

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