Nachruf

Heiligenhaus trauert um Heimatchronist August Steinbrink

Viele Jahre lang schrieb August Steinbrink auch in der WAZ über die Heiligenhauser Stadtgeschichte (hier ein Bild zum 90. Geburtstag aus dem Jahr 2010.)

Foto: Detlev Kreimeier

Viele Jahre lang schrieb August Steinbrink auch in der WAZ über die Heiligenhauser Stadtgeschichte (hier ein Bild zum 90. Geburtstag aus dem Jahr 2010.) Foto: Detlev Kreimeier

Der beliebte Heiligenhauser ist am Sonntag im Alter von 98 Jahren verstorben. Für die WAZ hatte er bis zuletzt regelmäßig geschrieben.

Eine Woche nach seinem 98. Geburtstag ist der Heimatchronist August Steinbrink am Sonntag gestorben. Der waschechte Heiligenhauser, der 46 Jahre als Industriekaufmann bei dem Schlosshersteller Steinbach & Vollmann (STUV) beschäftigt war, widmete sich im Ruhestand der Geschichte seines Heimatortes. Und schrieb bis zuletzt auch für die WAZ.

Als langjähriger Vorsitzender gab er dem Geschichtsverein Heiligenhaus neue Impulse und sorgte dafür, dass die Mundart nicht in Vergessenheit geriet. Er schrieb auf Heljenser Platt über das Leben in der Gemeinde, über den Alltag in den Schulen, den Fabriken und Bauernhöfen sowie über Einkaufs- und Essgewohnheiten, Verkehrsmittel, Kirchen und Festtage.

Jöngken ut Hasselbeck

Weil August Steinbrink im Familienkreis als „Jöngken“ gerufen wurde, ließ er als „Jöngken ut Hasselbeck“ regelmäßig die Leser der WAZ/Heiligenhauser Zeitung an den Histörchen der Vergangenheit teilhaben. Außerdem hielt der Heimatchronist, Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Bürgertalers, seine Erlebnisse in zwei Büchern fest.

Da er als Soldat den Irrsinn des Zweiten Weltkrieges an der Ost- und Westfront erleben musste, lag ihm eine Aussöhnung mit den einstigen Kriegsgegnern sehr am Herzen, was Frankreich ihm mit der „medaille d’argent des oeuvres Sociales“ (deutsch etwa: Silbermedaille für soziale Werke) dankte. Schon früh kam Steinbrink mit der Imkerei seines Onkels in Kontakt, die musste er aber im vergangenen Jahr schweren Herzens aus Altersgründen aufgeben.

Imker aus Leidenschaft

Generationen von Hetterscheidter Kindern hatten zuvor sein Bienenhaus besucht, das vom Sturm Kyrill 2007 schwer getroffen wurde. Wenige Jahre verlegte er die Bienen in den Hausgarten, weil der Stand der Autobahn 44 weichen musste. Der leidenschaftliche Bienenzüchter engagierte sich in verschiedenen Funktionen der Imkerorganisation. Als Presseobmann des Kreisimkerverbandes informierte er regelmäßig die Medien über Bienen und andere Insekten, was der Deutsche Imkerbund mit zahlreichen Auszeichnungen dankte.

So ganz nebenbei arbeitete August Steinbrink auch im Redaktionsteam des evangelischen Gemeindebriefes mit. Zusammen mit seiner Frau Ingrid gehörte er zu den Frühschwimmern des Heljensbads, um sich körperlich bis ins hohe Alter fit zu halten.

>>> WAZ TRAUERT UM HEIMATCHRONISTEN

  • Seine Heimat Heiligenhaus, die lag August Steinbrink immer am Herzen. So hat er sich immer für diese eingesetzt und für sein Engagement einige Medaillen verliehen bekommen.
  • Für die WAZ hat August Steinbrink häufig zurückgeblickt – und die Alt- und Neu-Heiligenhauser mit auf eine Reise in die Geschichte unserer Stadt genommen. Die WAZ Lokalredaktion Velbert/Heiligenhaus trauert um August Steinbrink und spricht den Angehörigen und Bekannten ihr herzlichstes Beileid aus.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik