Untere Denkmalbehörde stellt alten Gebäudeteil der Schlossfabrik Kirchmann unter Schutz

Gar nichts Ungewöhnliches: Auch Industriehallen werden unter Denkmalschutz gestellt, sofern sie von der Behörde als denkmalwürdig angesehen werden. Eine solche Eintragung geschieht derzeit mit dem schmalen, zweigeschossigen Backsteinbau der ehemaligen Firma Kirchmann-Niederdrenk (Kima). Er erstreckt sich hinter den Häusern Hauptstraße 70/72 von Norden nach Süden auf leicht abfallendem Gelände.

Das Gebäude wurde vermutlich 1875 errichtet, als Carl Kirchmann an diesem Standort eine Schlossfabrik gründete. Diese entwickelte sich mit zu einem führenden Unternehmen der in Heiligenhaus ansässigen Schloss- und Beschlägeindustrie und fusionierte 1970 mit der Velberter Schlossfabrik Niederdrenk. Man nannte sich fortan Kirchmann-Niederdrenk KG. Mehrere Gebäudean- und -umbauten erfolgten, zuletzt entstanden 1990 moderne Hallen am Südring. 2000 erfolgte allerdings die Verlegung der Produktion nach Velbert. Seither gibt es keine Nutzung.

Das alte Backsteingebäude verkörpere in typischer Weise den zwischen Fabrik- und Werkstattbau liegenden Gewerbebau des Bergischen Landes, stehe für eine jahrhundertelang in dieser Gegend dominierende Branche, lautet das Urteil der Denkmalbehörde. Einzigartig zum Beispiel: die an der Längs- wie an der Stirnfront befindlichen im Halbrund geschlossenen Hochrechteckfenster. Und: Die meisten Fenster sind noch ursprünglich, das heißt mit Eisengussprofil. Das Innere der weitläufigen Halle weist zudem eine Holzbalkendecke auf - ohne Stützpfeiler.

Fazit: "Der Bau ist ein Repräsentant des wirtschaftlichen Aufschwungs nach der Gründung des Deutschen Reiches", und sei damit mit seiner unverwechselbaren Gestalt von Bedeutung für die Städtebaugeschichte, wie auch für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse.