HUMANITÄRE HILFE

Zwei Ärzte aus Hattinger Krankenhaus helfen im Ausland

Dr. Karl Schuhmann, Chefarzt der Plastischen Chirurgie, rechts und Dr. Alfred Klassen, Oberarzt der Chirurgie des Evangelischen K rankenhauses waren zu h8umanitären Hilfseinsätzen im Ausland-

Dr. Karl Schuhmann, Chefarzt der Plastischen Chirurgie, rechts und Dr. Alfred Klassen, Oberarzt der Chirurgie des Evangelischen K rankenhauses waren zu h8umanitären Hilfseinsätzen im Ausland-

Foto: Fischer

Hattingen.  Dr. Alfred Klassen vom EvK arbeitete für 14 Tage in einem Hospital im Südsudan, sein Kollege Dr. Karl Schuhmann operierte in Indien.

Humanitäre Hilfe zu leisten, ist Dr. Alfred Klassen (52) und Dr. Karl Schuhmann (50) seit Jahren ein Herzensanliegen, dafür nehmen sich die Ärzte am Evangelischen Krankenhaus (EvK) regelmäßig Zeit. Und Urlaub. Erst kürzlich wieder sind der Oberarzt der Chirurgie und der Chefarzt für plastische und ästhetische Chirurgie von Einsätzen im Südsudsan und in Indien zurückgekehrt.

Die Einsatzgebiete: Der Südsudan und Indien

Bereits zum vierten Mal seit 2005 reiste Alfred Klassen in den Südsudan – diesmal nach Turalei im Norden des Landes. Zwei Wochen lang arbeitete er im Mother Teresa Hospital – einem 40-Betten-Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung, für dessen Betrieb eine kirchliche Organisation zuständig ist. Klassen, der auf Anfrage des dortigen Bischofs nach Turalei reiste, führte Kaiserschnitte durch, operierte Fisteln und Schilddrüsen – ohne, dass er einen Narkosearzt an seiner Seite gehabt hätte. Diese Aufgabe, erzählt er, habe ein Krankenpfleger übernommen, „Der hat das übrigens richtig gut gemacht.“

Anders als sein Kollege, in Turalei einziger Auswärtiger, arbeitete Karl Schuhmann im Vagus Hospital im indischen Bangalore in einem zehnköpfigen deutschsprachigen Team der Organisation Interplast. Zum vierten Mal bereits war er für die Organisation in Bangalore im Einsatz. Vor allem Inder, die als Folge von Verbrennungen unter Bewegungseinschränkungen litten, operierte er, außerdem Handfehlbildungen sowie Kiefer-und Gaumenspalten. 80 Patienten in zehn Tagen behandelten Schuhmann und seine Kollegen, führten mehr als 90 OPs durch. „Unsere Patienten“, sagt er, „haben oft größte Strapazen auf sich genommen, um von uns behandelt zu werden.“ Eine Frau etwa sei eine Woche lang rund 1400 Kilometer per Bus und zu Fuß durchs Land gereist, damit durch eine Verpflanzung gesunder Haut an den verbrannten Stellen ihres Körpers dessen Funktionsfähigkeit wieder hergestellt wurde.

Die nachhaltigsten Eindrücke

„Apfelsinengroß“ sei die Zyste am Hals eines etwa vierjährigen Jungen gewesen, dessen Mutter im Mother Teresa Hospital schon mehrfach angefragt hatte, ob diese nicht operiert werde könne. „Doch keiner der Ärzte, die vor mir hier bei einem humanitären Einsatz waren, hat sich da ran getraut“, sagt Alfred Klassen. „Da habe ich es gemacht – es war für mich zwar die erste OP dieser Art. Aber es ging für den Jungen ja um Lebensqualität.“

Karl Schuhmann erinnert sich derweil an eine Frau, der nach einer schweren Verbrennung bei der Heilung beide Oberarme am Körper festgewachsen waren – nach seinem Eingriff kann sie ihre Arme jetzt wieder frei bewegen.

Die Motivation

„Das Lächeln und die Freude der Menschen, die wir behandeln, sind die Entlohnung für unseren Einsatz“, sagt Karl Schuhmann. Zudem könne er in Indien das tun, was er, der seine Arztlaufbahn in der Verbrennungschirurgie an der Uniklinik Aachen begann, „von der Pike auf gelernt habe“.

Alfred Klassen formuliert es ähnlich, zudem motiviere ihn zu solchen Einsätzen sein christlicher Glaube. Humanitäre Hilfe leisten, fügt er an, „das können indes nicht nur wir Ärzte. Das kann letztlich jeder.“

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