Geburt

Stadt ohne Geburtsstation: Was Schwangere beachten sollten

Mareike und Patrick Wieczorek sitzen mit ihrer wenige Wochen alten Tochter Hanna im Café Mexx in Hattingen.

Mareike und Patrick Wieczorek sitzen mit ihrer wenige Wochen alten Tochter Hanna im Café Mexx in Hattingen.

Foto: Walter Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  Hattingen hat seit 2007 keine Geburtsstation mehr. Werdende Eltern sollten die Entbindung und Betreuung durch eine Hebamme sehr früh planen.

Die Geburtsstation im EvK in Hattingen wurde 2007 geschlossen. Seitdem müssen werdende Eltern, die in einer Klinik entbinden wollen, in andere Städte fahren. Dabei ist es wichtig, sich frühzeitig zu informieren. Über ihren Weg zur richtigen Klinik und ihre Erfahrung in der Klinik in Herdecke sprechen Mareike und Patrick Wieczorek, frisch gebackene Eltern aus Hattingen.

Bei Komplikationen in die Klinik

Seit dem 26. September ist Familie Wieczorek zu viert. An diesem Tag kam ihre zweite Tochter, Hanna, zur Welt. Das Ehepaar entschied sich, dass das Baby wieder in der Klinik in Herdecke zur Welt kommen soll. Schon bei der ersten Geburt von Tochter Finja hatten sie dort gute Erfahrungen gemacht.

Für Mareike war von Anfang an klar, dass sie ihr erstes Kind in einem Krankenhaus zur Welt bringen wollte. „Falls Komplikationen auftreten, weiß man, dass hinter der Tür ein Arzt ist und im Ernstfall helfen kann.“ Und bei der ersten Geburt trat dieser Fall tatsächlich ein. Das Baby lag nicht richtig im Becken, ein Kaiserschnitt wurde nötig.

Frühzeitig in Klinik anmelden

„Das wollte ich eigentlich auf keinen Fall“, erinnert sich die Krankenschwester. „Während meiner Ausbildung habe ich Kaiserschnitte gesehen, und wenn man weiß, was hinter dem Tuch passiert, wie man aufgeschnitten wird, ist das nicht so schön.“ Auch die Zeit im Krankenhaus verlängerte sich dadurch. Während sie mit dem zweiten Kind – Hanna kam auf natürliche Weise zur Welt – nur drei Tage in der Klink blieb, war sie beim ersten Kind knapp sechs Tage dort.

Das Paar rät werdenden Eltern dazu, schon frühzeitig nach einem passenden Krankenhaus zu suchen und sich dort anzumelden. In Herdecke sei dafür die Teilnahme an einem Infoabend Pflicht.

Volle Geburtsstation, aber gut Betreuung

Am Tag der Geburt selbst sei es „tierisch voll dort“ gewesen, beschreibt die zweifache Mutter ihre Eindrücke. „Bei Hanna mussten wir den Kreißsaal sogar noch mal räumen, weil eine andere Frau weiter war“, erinnert sich der 35-jährige Vater. Und auch nach der Geburt ging es schnell weiter: „Danach wurde sofort alles sauber gemacht und die nächste Frau kam rein. Das war ein Abklatschen im Kreißsaal“, meint Patrick Wieczorek.

Dennoch sind die Eltern sehr zufrieden mit dem Krankenhaus; die 31-Jährige erzählt: „Es ist nicht wie in einem typischen Krankenhaus, sondern sehr gemütlich. Auch die Hebamme, die uns betreute, blieb, obwohl ihre Schicht vorbei war, bis unsere Tochter geboren war.“

Hebamme aus Hattingen

Die Vor- und Nachbetreuung der Schwangerschaften übernahm Jennifer Dieselhorst, sie ist Hebamme bei der Praxis Luna. „Wir sind auf einer Wellenlänge“, meint Mareike. Es ist wichtig, dass die Chemie stimmt. Aus diesem Grund und auch weil Hebammen schnell ausgebucht sind, hat Mareike schon in der neunten Schwangerschaftswoche bei ihrer Hebamme angerufen.

„Bei Finja haben wir die sogenannten ersten drei kritischen Monate abgewartet, bevor wir eine Hebamme gesucht haben“, meint die Mutter. Sie empfiehlt aber, lieber so früh wie möglich eine Hebamme zu suchen.

Geburtsvorbereitung und Rückbildung früh buchen

Auch die Geburtsvorbereitungskurse und Rückbildungskurse seien gut besucht und frühzeitig ausgebucht. „Ich werde erst im nächsten Jahr zum Kurs gehen können. Schön ist, dass Luna den Kurs auch mit Baby anbietet. Wegen dem Schichtdienst von Patrick könnte ich solch einen Kurs sonst gar nicht besuchen.“

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