Schlagzeilen

Freilichtbühne an der Isenburg ist keine Spielstätte mehr

Auf der Freilichtbühne finden bis zum Jahr 2000 Kulturveranstaltungen statt. Das Kulturbüro plante dort Klassikkonzerte und Theateraufführungen. Foto:Volker Speckenwirth

Auf der Freilichtbühne finden bis zum Jahr 2000 Kulturveranstaltungen statt. Das Kulturbüro plante dort Klassikkonzerte und Theateraufführungen. Foto:Volker Speckenwirth

Hattingen.   Vor 20 Jahren gab es „Kultur über der Ruhr“, die zur Freilichtbühne an der Isenburg lockte. Bis das Konzept finanziell nicht mehr tragbar war.

Vor 20 Jahren wurde die Freilichtbühne auf der Isenburg noch rege genutzt. Damals titelte die WAZ: „Kultur über der Ruhr lockt auf die Isenburg“. Dreimal im Jahr wurde die Bühne zu der Zeit bespielt. Heute finden dort keine Veranstaltungen mehr statt.

„Die Freilichtbühne ist in den 1930er Jahren erbaut worden, 1933 wurde sie dann eingeweiht“, erklärt Jürgen Uphues, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Isenburg. In späteren Jahren ist die Bühne restauriert worden, regelmäßige Kulturveranstaltungen fanden dort in den 1990er Jahren statt.

Familien, Klassik-Liebhaber waren Zielgruppe

Als Zielgruppe für diese Kulturveranstaltung formulierte das Kulturbüro im Jahr 1997 „Familien, Klassik-Liebhaber und die Fans von Liederjan“. Spielte das Wetter mit, strömten zahlreiche Hattinger zu den Veranstaltungen auf der Freilichtbühne. Schon damals war diese nur über einen schmalen Fußweg erreichbar. Bekannte Theaterstücke und klassische Musik wurden dort auf die Bühne gebracht. Am 2. August 1997 spielte die Rhein-Ruhr-Philharmonie Werke von Händel, Bach, Mozart, Grieg und Hindemith. 14 Musiker wirkten an diesem Abend bei der Sommerserenade unter freiem Himmel mit. Karten für die kulturellen Erlebnisse unter freiem Himmel gab es damals für zehn D-Mark, ermäßigt fünf DM. Kinder unter zwölf Jahren hatten freien Eintritt.

Bei jeder Veranstaltungsankündigung gab es jeweils folgenden Hinweis: „Bei schlechter Witterung werden die Konzerte ins Alte Rathaus verlegt:“ Genau hier lag auch das Problem, in dessen Folge das Kulturbüro der Stadt schließlich im Jahr 2000 den Betrieb der Freilichtbühne auf der Isenburg einstellte. „Das Wetter spielte oft nicht mit, Veranstaltungen wurden spontan abgesagt, die Künstler mussten dennoch bezahlt werden oder die Veranstaltungen mussten an anderen Orten stattfinden“, erklärt Jürgen Uphues. Auf Dauer war das finanziell nicht tragbar. So lockte „Kultur über der Ruhr“ das letzte Mal im Jahr 2000 Besucher auf die Isenburg.

Bühne im naturbelassenen Zustand

Die Freilichtbühne gibt es auch heute noch. Aber: „Sie ist baulich noch vorhanden, aber in einem naturbelassenen Zustand“, sagt Uphues. Im Klartext bedeutet das: Der Verein säubert in regelmäßigen Abständen die Bühne und befreit sie von Unkraut und Laub. Ihre Funktionalität als Spielstätte wird aber nicht erhalten. „Für den Verein gehört die Bühne nicht zum historisch erhaltenswerten der Teil der Isenburg“, so der Vorsitzende.

Für die Zukunft ist eine erneute Nutzung der Freilichtbühne derzeit nicht geplant. „Die Erreichbarkeit ist schlecht, Besucher müssen zu Fuß hinaufklettern“, so Uphues. Außerdem gebe es kein Sicherheitskonzept.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben