Einmal ohne alles

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Regelmäßig pilgern naturverbundene Städter zur kleinen Quelle an der Elfringhauser Straße, um sich mit klarem Wasser zu versorgen. Grundstückseigentümer Dieter Zarges schaut dem Treiben belustigt zu

Ewige Jugend. Schönheit. Weisheit. Unzählbare Legenden ranken sich um die magischen Kräfte von Quellen. "Was meinen sie, wie oft ich schon darin gebadet hätte, wenn das stimmte", sagt Dieter Zarges. Auf seinem Land an der Elfringhauser Straße sprudelt nämlich eine kleine Quelle aus dem Berg.

Dass sie weder schön noch unsterblich macht, findet Zarges nicht schlimm. So sehr er nachdenkt - eine richtige Legende zur Quelle, die in den Heierbach fließt, mag ihm nicht einfallen. Dabei hat das Wasser, das im Wodantal aus dem Berg sprudelt, eine geradezu magische Anziehungskraft auf naturverbundene Städter.

Zum Beispiel auf Annerose Barth. Einmal pro Woche kommt die gebürtige Schweizerin, die seit 20 Jahren im Ruhrgebiet lebt, zur Quelle. Sie trägt ihre fünf Korbflaschen über einen Trampelpfad zur Quelle und füllt sie auf. 25 Liter Wasser - das reicht für eine Woche.

"Es ist einfach reines Wasser, das reinste, das es gibt", meint sie. Anders als alle Wassersorten, die man abgefüllt kaufen könne, sei das Quellwasser nicht chemisch behandelt. "Eine Frau hat mir auch erzählt, dass sie das Wasser von einem Apotheker überprüfen ließ", sagt sie. Annerose Barth glaubt daran, dass das Wasser aus dem Wodantal ihr gut tut - chemische Zusammensetzung hin oder her.

Vor einem Jahr kam die 63-Jährige zum ersten Mal hierher. "Das ging über Mundpropaganda." Eine gesunde, möglichst naturbelassene Ernährung ist ihr wichtig. "Es gibt halt immer nur ein paar Leute, die solche Mühen auf sich nehmen", meint sie. Viele treffen sich an Dieter Zarges' Quelle.

Auch wenn er selbst nichts vom Wasserschleppen hält: Den Bredenscheider stören die Touristen nicht, und auch Nachbar Egon Gabriel duldet den Trampelpfad der Wasserpilger auf seiner Wiese.

"Allein vom Geschmack her ist das Wasser dort besser als das aus der Leitung", findet Zarges. Früher sei das Wasser genutzt worden, wenn die Hofbrunnen einmal ausgetrocknet waren. Der Ursprung der Quelle ist unklar. "Sie ist vermutlich in eisgrauer Zeit eine Stollenentwässerung gewesen." Der Weg des Wassers sei also zum Teil künstlich gebaut worden. Die Gänge sollen sich mindestens zwei Kilometer in den Berg hinein ziehen.

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