Mondlandung

Der Terminator des Mondes fasziniert Hobby-Astronomen

Die Mondfinsternis vom 16. Juli haben Michael Maucksch und weitere Mitglieder der Volkssternwarte Hattingen beobachtet. Dafür sind sie in die Elfringhauser Schweiz gefahren. Die Stimmung mit Wolken zeigt dieses Foto. An den Tag der Mondlandung kann sich der Fotograf erinnern.

Die Mondfinsternis vom 16. Juli haben Michael Maucksch und weitere Mitglieder der Volkssternwarte Hattingen beobachtet. Dafür sind sie in die Elfringhauser Schweiz gefahren. Die Stimmung mit Wolken zeigt dieses Foto. An den Tag der Mondlandung kann sich der Fotograf erinnern.

Foto: Michael Maucksch / Volkssternwarte Hattingen

Hattingen.  50 Jahre nach der Mondlandung ist der Mond für Hattinger Astronomen immer noch spannend. Einer erzählt, warum und von der letzten Mondfinsternis.

An die Mondlandung vor 50 Jahren kann sich Michael Maucksch (63) von dem Verein Volkssternwarte Hattingen e.V. noch gut erinnern. Mit seiner Mutter saß er als 13-Jähriger in den Ferien vor dem Schwarz-Weiß-Fernseher und verfolgte die Ereignisse. „Für Anfänger in der Astronomie bietet der Mond immer noch einen Aha-Effekt“, sagt Maucksch – und ergänzt, dass der Mond auch für erfahrene Sterngucker Blicke in den Himmel lohnt.

Am 16. Juli zum Beispiel war Maucksch mit Gleichgesinnten in der Elfringhauser Schweiz, um die Mondfinsternis anzusehen. „Schön ist ja, dass man den Mond selbst mit einem einfachen Fernglas ansehen kann. Wir haben außerdem Ausrüstung mitgenommen, um Fotos zu machen. Und Volker Wickert hat ein Zeitraffer-Video gedreht“, berichtet Maucksch.

Platz in der Hattinger Elfringhauser Schweiz ist ideal für Hobbyastronomen zur Mondbetrachtung

Zeitraffer-Video der Mondfinsternis am 16. Juli

Für Juli sei es allerdings mit sieben Grad Celsius wirklich kalt gewesen. Das Plätzchen in der Elfringhauser Schweiz sei ideal gewesen, weil es dort eine gute Horizont-Sicht gebe. „Der Mond stand nämlich flach über dem Horizont“, berichtet er. Maucksch selbst hat die Stimmung mit Wolken eingefangen in seinen Fotografien.

Den Mond komplett anzusehen, weiß er, sei gar nicht so spannend für Hobby-Astronomen. „Wenn man ein Ziel hat, ist es besser.“ Beispielsweise könne man die Stellen der Raumschiff-Landeplätze ausmachen. „Zwar sieht man das zurückgelassene Gerät von der Erde aus nicht, aber die Landestellen kann man trotzdem orten. Oder man sucht nach bestimmten Formationen wie Gebirgsketten und Tälern, die teils so heißen wie auf der Erde, oder nach Kratern, die nach Wissenschaftlern benannt sind“, erklärt Maucksch, Vorsitzender der Volkssternwarte Hattingen e.V., der mit den Vereinsmitgliedern über Jahre erfolglos nach einem Hattinger Standort für ein Observatorium gesucht hat und alljährlich den Hattinger Astronomischen Tausch- und Trödeltag mitorganisiert. Mondkarten bieten Orientierung.

Den Mond ist spannender in den verschiedenen Phasen als bei Vollmond anzusehen

Maucksch stellt klar: Den Mond bei Vollmond anzusehen, das „ist gar nicht so günstig, denn dann ist er platt beleuchtet“. Viel besser sei es, den Mond während der verschiedenen Phasen zu beobachten. Besonders spannend zu sehen sei der Terminator des Mondes. „Das ist die Grenze zwischen Hell und Dunkel. Da fällt das Licht seitlich ein. Die Konturen heben sich dadurch besser ab, an der Stelle kann man die Details viel besser erkennen.“

Faszinierend sei beispielsweise der „goldene Henkel“. „Den sieht man kurz nach Neumond besonders gut in der Nähe des Terminators. Das ist ein höherer Kraterrand, der angeleuchtet wird und aussieht wie ein goldener Halbkreis. Darum heißt er goldener Henkel.“ Nur an ein, zwei Tagen im Monat sei er gut zu sehen. „Danach ist die Beleuchtung nicht mehr ideal.“

Mit seinem ersten kleinen Teleskop betrachtete Michael Maucksch als erstes den Mond

Am Samstagabend, wenn sich die Mondlandung zum 50. Mal jährt, hat Maucksch keine besondere Mondbetrachtung auf dem Terminplan. „Im Fernsehen laufen viele Dokumentationen, aber die meisten hat man ja schon mal gesehen.“ Die Raumfahrt in den 1960er Jahren hat schon dazu beigetragen, dass er sich für Astronomie interessierte. „Die Gemini-Flüge habe ich bewusst mitbekommen“, sagt er. Und mit seinem ersten kleinen Teleskop dann, hat er sich – na klar – auch zuerst den Mond angesehen.

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