Bismarckturm

Bismarckturm im Schulenbergwald ist jetzt wieder geöffnet

Panoramablick vom Bismarckturm auf die Stadt: Endlich können die Hattingerinnen und Hattinger wieder von oben nach unten schauen und nicht, wie in den vergangenen sieben Jahren, nur von unten nach oben.

Panoramablick vom Bismarckturm auf die Stadt: Endlich können die Hattingerinnen und Hattinger wieder von oben nach unten schauen und nicht, wie in den vergangenen sieben Jahren, nur von unten nach oben.

Foto: Walter Fischer

Hattingen.  Vandalismus führte 2010 zur Schließung. Helmut Hans hat jetzt die Sanierung bezahlt. Interessierte können sich den Schlüssel kostenlos abholen.

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Bismarckturm – Spendenturm. Mit 1000 Reichsmark hat der Hattinger Kaufmann Robert Hill im Jahr 1900 zwei Drittel der Baukosten für den Bismarcktum im Schulenbergwald finanziert. Mit 9000 Euro sorgt der Hattinger Unternehmer Helmut Hans jetzt dafür, dass das beliebte Ausflugsziel nach sieben Jahren der Schließung wieder bestiegen werden kann. Ab sofort ist der Turm kostenlos für jeden zugänglich, der sich den Schlüssel gegen Vorlage seines Personalausweises in der nur wenige Gehminuten entfernten Neuen Schulenburg abholt.

Neue Eisenträger eingezogen

So soll die Gefahr von Vandalismus minimiert werden. Der ist seit Jahrzehnten ein Riesenproblem für den Bismarckturm. Schon 1966 berichtet die Presse von Jugendlichen, die erwischt wurden, wie sie mit Hammer und Meißel die Brüstung abschlugen. 1988 sind „obszöne Sprüh-Bilder und Gestank“ der Grund dafür, dass der Turm für vier Jahre geschlossen wird. 40 000 Mark investiert die Stadt seinerzeit in die Instandsetzung.

2004 brechen Vandalen ganze Mauerstücke aus dem elf Meter hohen Bauwerk, das eine tolle Aussicht auf die Stadt bietet. Wieder wird vier Jahre saniert – diesmal für 100 000 Euro. Danach müssen sich Turmbesteiger den Schlüssel abholen, teilweise beim weit entfernten Stadtmarketing. Aber auch das ändert nichts am nächsten Übergriff. 2010 brechen Randalierer die Gittertür heraus, zerstören die Treppe.

Treppen saniert, Geländer gestrichen

Seitdem ist der Turm dicht. Und die Stadt finanziell nicht mehr im Boot. „Dafür haben wir kein Geld mehr“, hieß es damals wie heute. Nun hat Helmut Hans die Sanierung bezahlt. Der Unternehmer ist mit seinem Steuerberatungsbüro in die Neue Schulenburg eingezogen, die ihm auch gehört. Am Betrieb der Gaststätte dort ist er ebenfalls beteiligt. Und dafür erhofft er sich durch die Wiedereröffnung des Turms positive Effekte. „Hochzeitsgäste haben nun die Möglichkeit, in und auf dem Turm schöne Fotos machen zu lassen“, sagt Hans.

Dazu hat er die Treppe sanieren und das Geländer streichen lassen. Oben wurden neue Eisenträger eingezogen und im ganzen Turm alle Wände verputzt. „Mir war wichtig, das historische Bild des Bauwerks zu erhalten“, betont Helmut Hans.

Hattingen zur Hochzeitsstadt machen

Dirk Glaser hat beim Blick vom Turm auf die Stadt gleich doppelten Grund zur Freude. „Einmal mehr hat ein Hattinger seiner finanziell gebeutelten Stadt durch eine Spende geholfen“, hebt der Bürgermeister hervor. Das sei eine Bereicherung für alle. Und helfe in diesem speziellen Fall dabei, ein Marketingziel zu erreichen. „Wir wollen Hattingen zu einer Hochzeitsstadt machen“, sagt Dirk Glaser.

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