Die Temperaturen sollen wieder sinken. Damit gilt für den Winterdienst eine erhöhte Alarmbereitschaft. Am vergangenen Freitag war es zu einer stundenlangen Sperrung und mehreren Unfällen infolge der Glätte gekommen. „Vom Streu- und Winterdienst keine Spur. Nichts scheint passiert, niemand scheint unterwegs zu sein“, beschwert sich WAZ-Leser Tobias Menke, der von ungenügendem Winterdienst auf der Isenbergstraße berichtete. Für die allerdings ist die Stadt nicht zuständig.
Landesstraßen liegen in der Zuständigkeit der Straßenmeisterei von Straßen NRW – zum Beispiel Isenbergstraße, Martin-Luther-Straße (zum Teil), Nierenhofer Straße, Bredenscheider Straße, August-Bebel-Straße, Burgaltendorfer Straße. Auch die zweistündige Sperrung, bis das Streufahrzeug kam, betraf diesen Bereich. „Sehr früh gab es an diesem Tag keine Glätte, aber mit Einsetzen des Berufsverkehrs plötzlich überfrierende Feuchtigkeit“, erklärt Susanne Schlenga, Sprecherin des Landesbetriebs. Die lange Wartezeit erklärt sie damit, dass der Wagen der Straßenmeisterin von Haßlinghausen ausrücke und sich vorarbeite. Dabei sei er kaum durchgekommen. „Eine Priorisierung bestimmter Straßen gibt es nicht.“
Wetterbericht bestimmt Hattinger Bereitschaftsplan
Für die Stadt erklärt Sprecherin Jana Golus, dass man zweimal täglich einen Wetterbericht erhalte und danach die Bereitschaft plane. „Für diesen Tag waren Temperaturen im Plusbereich vorhergesagt und die Glätte kam unvorbereitet.“ In einem solchen Fall konzentriere sich die Stadt vor allem auf Schulbusstrecken und Straßen, die „verkehrswichtig und gefährlich“ sind – beides muss zutreffen.
Die Isenbergstraße, in der Zuständigkeit von Straßen NRW, sei zum Beispiel eingestuft als verkehrswichtig, aber nicht als gefährlich. Zu den Straßen der Stufe 1 gehören die Essener Straße und die Schulstraße. Streustufe 2 sind zum Beispiel Zubringerstraßen zu den Hauptverkehrsstraßen und Stufe 3 Anlieger- und untergeordnete Straßen.
Einschränkungen bei starkem Schneefall
Der Streudienst muss wochentags bis 7 Uhr durchgeführt werden. „Je nach Wettervorhersage hält sich der Winterdienst ab 5 bis 6 Uhr, manchmal früher, bis 20 Uhr einsatzbereit“, betont Golus. Bei starkem Schneefall könnten zum Teil nur Straßen der Stufe 1 abgefahren werden, da das mehrfach passieren muss.


