SOZIALES

Afrika-Hilfe-Stiftung bittet um Spenden mittels Steckbriefen

Sie hängen Steckbriefe behinderter, afrikanischer Kinder an einen Weihnachtsbaum im Mauritius-Dom in Niederwenigern: Johannes Küpperfahrenberg (li.) und Carmen Hülsdell von der Hattinger Afrika-Hilfe-Stiftung sowie Pfarrer Andreas Lamm. Durch die Aktion wollen sie Spender für die speziellen Bedürfnisse der Kinder finden.

Sie hängen Steckbriefe behinderter, afrikanischer Kinder an einen Weihnachtsbaum im Mauritius-Dom in Niederwenigern: Johannes Küpperfahrenberg (li.) und Carmen Hülsdell von der Hattinger Afrika-Hilfe-Stiftung sowie Pfarrer Andreas Lamm. Durch die Aktion wollen sie Spender für die speziellen Bedürfnisse der Kinder finden.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Die Hattinger Afrika-Hilfe-Stiftung sucht Spender für behinderte Kinder in Ruanda. Auf Steckbriefen im Mauritiusdom stehen deren Bedürfnisse.

Die Hattinger Afrika-Hilfe-Stiftung beschreitet bei der Spendenakquise neue Wege: Mit Hilfe von Steckbriefen, die in der Adventszeit an einem Weihnachtsbaum im Mauritiusdom in Niederwenigern hängen, will der Stiftungsvorstand um den Vorsitzenden Johannes Küpperfahrenberg auf die besonderen Bedürfnisse behinderter Kinder in Ruanda aufmerksam machen.

Afrika-Hilfe-Stiftung aus Hattingen stellt behinderte Kinder aus der Gemeinde Higiro in Ruanda in Text und Bild vor

Die Idee zu dieser besonderen Spendenaktion reifte in den Köpfen des Stiftungsvorstandes dabei schon länger, Carmen Hülsdell schließlich setzte sie in die Tat um. In insgesamt 107 Steckbriefen werden nun behinderte Kinder aus der Gemeinde Higiro in Ruanda in Text und Bild vorstellt.

Da ist zum Beispiel Faustin (5), der seit einiger Zeit Physiotherapie erhält. Vor Beginn dieser Behandlung lag der körperlich und geistig behinderte Junge nur auf dem Boden, mittlerweile kann er bereits sitzen, versucht sogar aufzustehen. Eine weitere Behandlung ist dabei dringend notwendig.

Donath, ein Epileptiker, braucht Medikamente, eine Krankenversicherung und ein Ticket zum Krankenhaus

Gleiches gilt für Donath, einen Epileptiker. Die Medikamente, die der Zwölfjährige seit kurzem gegen seine Erkrankung einnimmt, scheinen zwar gut zu wirken, doch um sie weiter zu bekommen, benötigt Donath eine Krankenversicherung. Und Fahrkarten, um das Krankenhaus zu erreichen, in dem er sich zudem regelmäßig zur Kontrolle vorstellen soll.

Und auch die 16-jährige Anitha, körperlich und geistig behindert, benötigt einen Spender, der die Kosten für eine Krankenversicherung für sie übernimmt. Anithas Großeltern, bei denen sie lebt, seit ihre Eltern sie verlassen haben, können diese nämlich nicht tragen.

104 weitere Steckbriefe von bedürftigen behinderten Kindern hängen außerdem am Weihnachtsbaum, „jeder Spendenwillige kann sich einen aussuchen, ihn mitnehmen, den genannten Betrag überweisen und so ein Kind in Ruanda ganz gezielt unterstützen“, erklärt Johannes Küpperfahrenberg das Prinzip. Die Spendensummen beginnen dabei bei 20 Euro und liegen im Einzelfall bei bis zu 500 Euro – etwa dann, wenn ein Kind eine aufwendige Operation benötigt, so Küpperfahrenberg.

Die Elten in Ruanda haben sich anfangs für ihre behinderten Kinder geschämt

Der erläutert auch die Hintergründe dieser besonderen Spendenaktion: Im Jahre 2016 habe er bei einem Vor-Ort-Besuch in Higiro noch erlebt, dass die Eltern dort ihre behinderten Kinder vor der Öffentlichkeit versteckten, „weil sie sich ihrer schämten, und weil sie dachten, Gott habe sie mit ihnen für etwas gestraft“. Mit Hilfe einer kleinen Gemeinschaft junger Frauen und Männer vor Ort namens „Unschuldige Kinder von Bethlehem“ sei es der Afrika-Hilfe-Stiftung später gelungen, bei diesen Eltern Vertrauen zu schaffen. Und so die Basis zu legen dafür, dass sie sich auch helfen lassen – und ihre Kinder annehmen.

In diesem Jahr dann, erzählt Küpperfahrenberg, habe der Vater eines behinderten Kindes in Higiro bei einer Zusammenkunft mit einigen Mitgliedern der Afrika-Hilfe-Stiftung schließlich gesagt: Die regelmäßigen Besuche der Menschen aus Europa, die wiedergekommen seien, um sich ihrer behinderten Kinder anzunehmen, für die sie sich selbst bislang geschämt hatten, hätten „eine Revolution ihren Köpfen bewirkt. Das hat mich zutiefst berührt“.

Pfarrer Andreas Lamm: Dieser Weihnachtsbaum erinnert uns an Wert und Würde der Menschheit

Und so hofft er – und mit ihm alle Mitglieder der Afrika-Hilfe-Stiftung –, dass diese Spendenaktion ein Erfolg wird. Zu der nicht zuletzt auch Pfarrer Andreas Lamm, auch er ein Vorstandsmitglied der Afrika-Hilfe-Stiftung, sofort „Ja“ gesagt hat. „Dieser Weihnachtsbaum in der Mauritiuskirche erinnert uns schließlich an Wert und Würde der Menschheit“, betont der Geistliche. Und verweise damit „auf ganz besonders schöne Weise auf das, was wir an Weihnachten feiern“.

>>> DIE AFRIKA-HILFE-STIFTUNG: HISTORIE UND KONTAKT

Die Afrika-Hilfe-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensverhältnisse von benachteiligten und bedürftigen Menschen in Ruanda zu verbessern.

Gegründet wurde sie im Jahre 2003 in Hattingen. Ihre Wurzeln aber reichen viel weiter zurück: Auf einer Reise durch Kenia war der gebürtige Hattinger Hans Küpperfahrenberg – der Vater des heutigen Vorsitzenden – tief bewegt von der Armut der Menschen dort. 1985 organisierte er bereits die ersten Spenden, baute in den folgenden Jahren die Unterstützung für Afrika immer stärker aus.

Was als einmalige Hilfe für Waisenkinder im kenianischen Bura begann, ist mittlerweile zu einem kleinen Hilfswerk gewachsen, das heute ausschließlich in Ruanda aktiv ist.

Kontakt zur Afrika-Hilfe-Stiftung: 02324/ 42283, E-Mail: . Mehr Informationen auf: www.afrika-hilfe-stiftung.de

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